Gipfelbasilisk

Der Pakt

Variante 1. die ich als Einsendeaufgabe eingeschickt hatte.
Variante 2. Überarbeitet mit den Anmerkungen, welche mein Studienleiter zum Text hatte.

Der Pakt – Var.1

„Kairon, wo rennst du hin?“, hallt mir der verzweifelte Schrei von Theophil im Kopf nach, während ich vor dem Kampf gegen die Dämonen flüchte.
Ich renne weiter „Was mach ich hier eigentlich? Oth-Yekub? Hallo? Selbst du hast dich von mir abgewandt? Hallo?“ Ich greife an die Stelle, an der der kleine Sporling immer saß. Ich atme schneller, schreie auf vor Wut. Ein Damm bricht in mir, und ich kann die Tränen nicht zurückhalten. Ich spüre, wie sich mein Körper verändert. Wieder konnte ich mich nicht beherrschen. Meine Sicht verschwimmt, und ich sehe Wort-wörtlich rot. Auch mein Körper verändert sich, ich sehe jetzt aus wie ein kleiner Teufel. Kleine Steine beginnen neben meinen Füßen zu schweben, ein teuflisches Flüstern erklingt in der Umgebung.

Aber ich bin doch fortgegangen, und nicht sie? Ich kann sie doch nicht alleine lassen nach allem…
Meine Gedanken drehen sich weiter im Kreis. Den Kampf, vor dem ich geflüchtet bin, kann ich schon länger nicht mehr hören.

Ich bleibe stehen. „Was ist hier eigentlich los?“, schreie ich. Ich war doch eben noch im Labyrinth mit den anderen und den Minotauren? Was ist das hier? Das kann nicht echt sein. Aber eins stimmt, ich bin allein. Wenn das hier nur eine Illusion ist, ich zurückrenne und gegen etwas kämpfe, weiß ich nicht ob es einer meiner Freunde ist oder ein Gegner. Hier ist wenigstens niemand, den ich verletzen kann. Was soll ich nur tun?

Ich bin so schwach, nicht einmal aus einer Illusion kann ich mich befreien. Wie es den anderen ergeht? Wir wollten doch nur weg, um den Minotaurus-Leichnam zu Saritz Bruder zu bringen. Saritz, Ida … So viele die gestorben sind. Ich darf nicht wegrennen, aber ich bin zu schwach. Noch mehr Tränen suchen ihren Weg. Ich will das nicht! Andererseits, die Kraft könnte uns helfen. Es fühlt sich immer gut an, wenn das Blut in meinen Adern pulsiert, die Teufelskräfte zu spüren. Ich habe mein Erbe so lange abgelehnt.

Ich schließe die Augen, atme tief durch, spüre die Macht, sie pulsiert in meinen Adern. Ich muss lächeln und öffne wieder die Augen. Vor mir stehe ich selbst. Nein nicht ganz: Der, der da vor mir steht bin zwar ich selber, jedoch viel größer, und meine Hörner sind etwas verdrehter. An seinem linken Horn hängt ein kleiner goldener Sklavenring mit einer Kette, an deren Ende ein kleiner roter Kristall hängt. Auf seiner, nein auf meiner Brust prangt schwarz und verbrannt das Symbol eines Teufels. Die Augen sind tief und weiß, gleich einem tiefen endlosen Brunnen, dem die Farbe fehlt.

„Wenn ich das mache, gibt es keinen Weg zurück.“, sage ich zu dem, was aus mir werden könnte. „Aber vielleicht bin ich dann stärker und kann den anderen eine größere Hilfe sein? Vielleicht kann ich sie auch davor bewahren, etwas Dummes zu tun und sich in den Tod zu stürzen?“
Keine Antwort, nur ein stummes, trauriges Nicken.

Ich denke an den Zwerg Theophil, der sich ohne Rücksicht und ohne auf seine eigene körperliche Verfassung zu achten, in den Kampf stürzt. „Das ist für mich völlig unverständlich. Von Ruhm und Ehre im Tod spricht er, ich will doch nur leben. Ich wollte in Ruhe in meinem Wald leben, fernab von anderen und ihren Problemen. Wir würden das Opfer der anderen nicht ehren, wenn wir unser Leben nun einfach so wegwerfen. War es ein Fehler, nach so langer Zeit doch wieder Kontakt zu anderen aufzubauen? Hat mich das schwach gemacht? Wenn der Zwerg so weitermacht, wird auch er sterben, dabei ist am Leben zu sein doch so kostbar.“, schreie ich mein stummes Abbild an.
Ich denke an den Elfen Aelyndras. Ich spüre, wie wieder die Wut in mir aufsteigt. Ich bin nicht oft seiner Meinung, und sein Hochnäsiges, gebieterisches, arrogantes Verhalten geht mir gehörig gegen den Strich, und genau das wird auch sein Ende sein. Ich muss lächeln, gestehe ich mir zum ersten Mal ein, was ich wirklich denke. Mein Gegenüber lächelt ebenfalls, nur sein Lächeln wirkt härter. „Aber verkehrt ist der Elf nicht.“, sage ich zu meinem Gegenüber, als ob ich Aelyndras verteidigen müsste.
Ich denke an den Paladin Ven’dur, der so stolz auf seine jahrelange Ausbildung ist, seinem Weg folgt, stark und unnachgiebig. Der selbst bei Meinungsverschiedenheiten einen kühlen Kopf bewahrt, und sich nicht in den Streitereien verliert.
Ich denke an den Zauberer Magellan, welcher schon so oft in ausweglosen Situationen die Gruppe gerettet hat, und auch er hat seinen eigenen Weg gefunden, mit den Dingen klarzukommen. Er würde sicher diese Illusion mit Leichtigkeit durchbrechen. Ich denke an den Pilz und den Gnom, deren Welt durch die Dämonen nach und nach verdorben und zerstört wird, die trotzdem weitermachen. An Oth-Yekub, welcher jetzt, wo er nicht da ist, so sehr fehlt und an Vh’utisss, meine Schlange, welche in der Absicht mich zu schützen, sich selber schwer verletzte. Und ich denke an all die Toten.
„Sie alle haben Ihren Weg mit den Dingen umzugehen… Ist dies meiner?“ Ich schaue meinem Gegenüber in die Augen. „Ich habe mein ganzes Leben versucht, mich von den Teufeln fern zu halten, und nicht wie meine Vorfahren einen Pakt abzuschließen, um letztendlich als Sklave zu enden, und jetzt soll ich nachgeben?“ Meine Gedanken laufen weiter. Die Macht, die mir ein Handel bringen würde, könnte alle Überlebenden schützen… Sie könnte diese Plage beenden, und den Lebensraum von meinen Freunden bewahren. Wenn die Anderen mich dann verstoßen und es nicht verstehen, könnte ich damit leben?
„Das kannst du… und das wirst du…“, antwortet plötzlich mein Gegenüber auf meine Gedanken.
Wenn ich nur wüsste, dass sie dadurch sicher sind?
„Das werden sie sein…“
Ich könnte dann wenigstens vor mir selber sagen, dass ich etwas Gutes in meinem Leben für andere getan habe … Aber trotzdem, ein Pakt? Könnte ich dann noch in den Spiegel schauen und mit mir leben? Danach ist es keine selbst gewählte Einsamkeit mehr.
„Du wirst klarkommen…“, antwortet der andere Kairon.

Das Rot, das ich sehe, nimmt zu. Ich habe mich entschieden. Die Tränen auf meinen Wangen verdampfen. Das teuflische Flüstern in meiner Umgebung wird lauter, und ich höre ein dumpfes wummern, welches vom tiefen Kreischen von Kriegshörnern durchbrochen wird. Ich spüre, wie das Blut in meinen Adern im Takt des Wummerns pulsiert. Ich nicke meinem Gegenüber zu, und er weiß genau was zu tun ist, immerhin hatte er diese Entscheidung schon getroffen. Er tritt auf mich zu, und beginnt mich zu entkleiden. Er nimmt meine Hand und ich spüre einen stechenden Schmerz, als er mit seinem spitzen Fingernagel meine Haut aufreißt. Mit dem austretenden Blut zeichnet er das Symbol Belials auf meine Brust. Meine Haut, unter dem Blut, beginnt zu glühen und schwärzt sich. Ich spüre, wie sich mein Körper dem Abbild mir gegenüber angleicht.
Ich bin nun bereit, ein Stück meiner Seele zu verkaufen, um meine Freunde zu retten. Ich mache einen Schritt nach vorne, durch mein neues Jetziges ich hindurch, und es verschwindet.
Dann spreche ich in einer Sprache, die ich nie wieder laut aussprechen wollte.

„Belial, Firena, Erzteufel, Herrscher des vierten Höllenkreises. Herrscher der feurigen Untiefen der Hölle, die Lust und Schmerz bereithält für all die, die nach ihr suchen. Einer deiner Abkömmlinge wünscht einen Pakt. Ich möchte die Kraft haben, meine Freunde zu schützen, die Dämonen aus unserer Welt zu verbannen, und diese Illusion zu zerstören. Ich bin bereit, dir dafür zu geben, was du verlangst, aber meinen Freunden, darf kein Leid passieren, sonst hat der Handel keinen Zweck.“

Eine letzte Träne verlässt meine Augen und verdampft. Vor meinen Füßen bildet sich eine teerartige Substanz, ich mache einen Schritt nach vorne, und die Substanz beginnt, an meinem Körper herauf zu kriechen. Ich spüre, wie sie mich gleichzeitig hinab zieht. Dann versinke ich vollständig. Ich spüre Hitze, die mich zu verzehren droht, und gleichzeitig meinen Körper umspielt, ich fühle mich gut…

Das Let’s Read zum Text findet Ihr unter folgendem Link:
https://youtu.be/dTsTwEtGo0w

Der Pakt – Var.2

„Kairon, wo rennst du hin?“, hallt mir der verzweifelte Schrei von Theophil im Kopf nach, während ich vor dem Kampf gegen die Dämonen flüchte. Mein Weg führt mich durch natürliche Höhlen, welche im Underdark überall zu finden sind.
Ich renne weiter „Was mache ich hier eigentlich? Oth-Yekub? Hallo? Selbst du hast dich von mir abgewandt? Hallo?“ Ich greife an die Stelle, an der der kleine Sporling immer saß. Ich atme schneller, schreie auf vor Wut. Ein Damm bricht in mir, und ich kann die Tränen nicht zurückhalten. Ich spüre, wie sich mein Körper verändert. Wieder konnte ich mich nicht beherrschen. Meine Sicht verschwimmt, und ich sehe wortwörtlich rot. Ich sehe jetzt aus wie ein kleiner Teufel. Gut so sehe ich für die meisten Menschen immer aus, allerdings renne ich nicht ständig mit rot glühenden Augen herum. Dies passiert nur, wenn ich wirklich wütend bin. Kleine Steine beginnen neben meinen Füßen zu schweben, ein teuflisches Flüstern erklingt in der Umgebung.
Aber ich bin doch fortgegangen, und nicht sie? Ich kann sie doch nicht alleine lassen nach allem…
Meine Gedanken drehen sich weiter im Kreis. Das Kampfgetümmel, vor dem ich geflüchtet bin, kann ich schon länger nicht mehr hören.

Ich bleibe stehen. „Was ist hier eigentlich los?“, schreie ich. Ich war doch eben noch im Labyrinth mit den anderen und den Minotauren? Baphomet, der Dämon der Täuschung. Ich weiß nicht wie ich hier hergekommen bin? Ich kneife mich, ein stechender Schmerz zieht durch meinen Arm. Ich schlafe also nicht! Das hier kann aber auch nicht echt sein. Aber eins stimmt, ich bin allein. Wenn das hier nun wirklich eine Illusion ist, und ich nun zurückrenne und gegen ein Monster kämpfe, weiß ich nicht, ob es eventuell einer meiner Freunde ist, der nur für mich anders aussieht. Hier ist wenigstens niemand, den ich verletzen kann. Zur Zeit scheine ich fürs erste in Sicherheit zu sein. Aber ich muss zurück zu den Anderen. Ich strecke meine Hand aus und schließe die Augen. Ich spüre wie meine Hand zu kribbeln anfängt und dan warm wird. So fühlt sich nur Magie an. Ich bin also wirklich in einer Illusion. Was soll ich nur tun?

Ich bin so schwach, nicht einmal aus einer Illusion kann ich mich befreien. Hätt ich doch nur aufgepasst als Magellan erklärte, wie man Illusionen durchbricht. Allerdings ist dies eine Illusion eines Erzdämons, vermutlich könnte ich sie nicht so einfach durchbrechen. Wie es den anderen wohl ergeht? Wir wollten doch nur weg, um den Minotaurus-Leichnam zu Saritz Bruder zu bringen. Saritz, Ida … So viele, die gestorben sind. Ich darf nicht wegrennen, aber ich bin zu schwach. Noch mehr Tränen suchen ihren Weg. Ich will das nicht! Andererseits könnte uns die Kraft helfen. Es fühlt sich immer gut an, wenn das Blut in meinen Adern pulsiert, die Teufelskräfte zu spüren. Ich habe mein Erbe so lange abgelehnt.

Ich schließe die Augen, atme tief durch und spüre die Macht, welche zwar nur der schwache Nachhall der Teufelskräfte sind, welche meinem Volk innewohnen, aber trotzdem sie fühlt sich gut an, sie lockten, sie verführten. Ein Pakt mit einem Teufel könnte diese Kräfte endgültig wecken und verstärken. Ich muss lächeln und öffne wieder die Augen. Vor mir stehe ich selbst. Nein nicht ganz: Das Ich was da vor mir steht, scheint älter zu sein, seine Gesichtszüge sind härter, er ist höher gewachsen und seine Hörner sind verdrehter als meine. An seinem linken Horn hängt ein kleiner goldener Sklavenring mit einer Kette, an deren Ende ein kleiner roter Kristall hängt. Auf seiner, nein auf meiner Brust prangt schwarz und verbrannt das Symbol eines Teufels. Die Augen sind tief und weiß, und ähneln einem tiefen endlosen Brunnen, welcher ausgetrocknet ist. Tief und leer.
„Wenn ich einen Pakt abschließe um meine Kräfte zu verstärken, gibt es keinen Weg zurück.“, sage ich zu dem, was aus mir werden könnte. „Aber vielleicht bin ich dann stark genug und kann den anderen eine größere Hilfe sein? Vielleicht kann ich sie auch davor bewahren, etwas Dummes zu tun und sich in den Tod zu stürzen?“
Keine Antwort, nur ein stummes, trauriges Nicken.

Ich denke an den Zwerg Theophil, der sich ohne Rücksicht und ohne auf seine eigene körperliche Verfassung zu achten, in den Kampf stürzt. Mein Frust sucht sich einen Weg und ich schreie mein stummes Abbild an, spucke ihm die Worte förmlich entgegen: „Das ist mir völlig unverständlich. Von Ruhm und Ehre im Tod spricht er, ich will doch nur leben. Ich will in Ruhe in meinem Wald leben, fernab von anderen und ihren Problemen. Wir würden das Opfer der anderen nicht ehren, wenn wir unser Leben nun einfach so wegwerfen. War es ein Fehler, nach so langer Zeit doch wieder Kontakt zu anderen aufzubauen? Hat mich das schwach gemacht? Wenn der Zwerg so weitermacht, wird auch er sterben, dabei ist am Leben zu sein doch so kostbar.“
Ich denke an den Elfen Aelyndras. Ich spüre, wie wieder die Wut in mir aufsteigt. Ich bin nicht oft seiner Meinung, und sein gebieterisches, arrogantes Verhalten geht mir gehörig gegen den Strich, und genau das wird auch irgendwann sein Ende sein. Ich muss lächeln, gestehe ich mir zum ersten Mal ein, was ich wirklich denke. Mein Gegenüber lächelt ebenfalls, nur sein Lächeln wirkt härter. „Aber verkehrt ist der Elf nicht“, sage ich zu meinem Gegenüber etwas ruhiger und muss gleichzeitig lachen, als ob ich Aelyndras verteidigen müsste.
Ich denke an den Paladin Ven’dur, der so stolz auf seine jahrelange Ausbildung ist, seinem Weg folgt, stark und unnachgiebig. Der selbst bei Meinungsverschiedenheiten einen kühlen Kopf bewahrt, und sich nicht in Streitereien verliert. „Er hat immer ein freundliches Wort für uns, kümmert sich nach den Kämpfen um unsere Verletzungen und stellt sich während den Kämpfen an die vorderste Front, um uns vor Leid zu schützen.“ Ich denke an den Zauberer Magellan, welcher schon so oft in ausweglosen Situationen die Gruppe gerettet hat, und auch er hat seinen eigenen Weg gefunden, mit den Dingen klarzukommen. „Wann immer es brenzlig wird, hat er einen Zauber parat, welcher uns im Notfall zur Flucht verhilft. Er würde sicher diese Illusion mit Leichtigkeit durchbrechen.“ Ich denke an den Pilz Stuhl und den Gnomenprinz Jimjar, deren Welt durch die Dämonen nach und nach verdorben und zerstört wird, die trotzdem weitermachen. An Oth-Yekub, welcher jetzt, wo er nicht da ist, so sehr fehlt und an Vh’utisss, meine Schlange, welche in der Absicht mich zu schützen, sich selber schwer verletzte und nun bei den Riesen, außerhalb der Zeit lebt. „Ob ich sie jemals wiedersehe?“, frage ich mein Gegenüber. Aber er zuckt nur mit den Schultern. Und ich denke an all die Toten. „Idas Tot ist unsere Schuld. Wir hätten sie nicht alleine gehen lassen sollen und Saritz… Hätten wir ihn von Anfang an zu einem Heiler gebracht oder genauer untersucht. Vielleicht hätten wir seine Krankheit heilen können und wir hätten ihn nicht zu Asche verbrennen müssen. Sie alle haben ihren Weg mit den Dingen umzugehen… Ist dies meiner?“ Ich schaue meinem Gegenüber in die Augen. „Ich habe mein ganzes Leben versucht, mich von den Teufeln fern zu halten, und nicht wie meine Vorfahren einen Pakt abzuschließen, um letztendlich als Sklave zu enden, und jetzt soll ich nachgeben?“ Meine Gedanken laufen weiter. Die Macht, die mir ein Handel mit einem Erzteufel bringen würde, könnte alle Überlebenden schützen… Sie könnte helfen diese Plage beenden, und den Lebensraum von meinen Freunden bewahren. Wenn die Anderen mich dann verstoßen und es nicht verstehen, könnte ich damit leben?
„Das kannst du… und das wirst du…“, antwortet plötzlich mein Gegenüber auf meine Gedanken.
Wenn ich nur wüsste, dass sie dadurch sicher sind?
„Das werden sie sein…“
Ich könnte dann wenigstens vor mir selber sagen, dass ich etwas Gutes in meinem Leben für andere getan habe … Aber trotzdem, ein Pakt? Könnte ich dann noch in den Spiegel schauen und mit mir leben? Danach ist es keine selbst gewählte Einsamkeit mehr.
„Du wirst klarkommen…“, antwortet mein Gegenüber hart und fordernd. Für einen Moment habe ich das Gefühl, dass dies eine Falle sein könnte und er nur da ist, um mich in diesen Pakt zu locken. Aber was hab ich denn auch für eine andere Wahl?
„Dir bleibt nur dieser Weg, du alleine wirst nie diese Illusion durchbrechen und dann werden deine Freunde sterben.“, sagt er.

Ich spüre, dass er mit dem was er sagt, recht hat. Ich habe mich entschieden. Ich werde diesen Schritt wagen, selbst wenn ich mich damit selber verdamme. Die Tränen auf meinen Wangen verdampfen. Das teuflische Flüstern in meiner Umgebung wird lauter, und ich höre ein dumpfes Wummern, welches vom tiefen Kreischen, teuflischer Kriegshörner durchbrochen wird. Das Blut in meinen Adern pulsiert im Rhythmus des Wummerns. Ich nicke meinem Gegenüber zu, und er weiß genau, was zu tun ist, immerhin hatte er diese Entscheidung schon getroffen. Er tritt auf mich zu, und beginnt mich zu entkleiden. Seine Berührungen sind sanft, von ihm geht eine Hitze aus die ich zuvor nicht wahrnahm. Er nimmt meine Hand und ich spüre einen stechenden Schmerz, als er mit seinem spitzen Fingernagel meine Haut aufreißt. Mit dem austretenden Blut zeichnet er das Symbol Belials auf meine Brust. Meine Haut, unter dem Blut, beginnt zu glühen und schwärzt sich. Ich spüre, wie sich mein Körper dem Abbild mir gegenüber angleicht.
Ich bin nun bereit, ein Stück meiner Seele zu verkaufen, um meine Freunde zu retten. Ich mache einen Schritt nach vorne, durch mein neues Ich hindurch, und es verschwindet.
Dann spreche ich in einer Sprache, die ich nie wieder laut aussprechen wollte.

„Belial und Firena, Erzteufel, Herrscher des vierten Höllenkreises. Herrscher der feurigen Untiefen der Hölle, die Lust und Schmerz bereithält für all die, die nach ihr suchen. Einer deiner Abkömmlinge wünscht einen Pakt. Ich möchte die Kraft haben, meine Freunde zu schützen, die Dämonen aus unserer Welt zu verbannen, und diese Illusion zu zerstören. Ich bin bereit, euch dafür zu geben, was ihr verlangt, aber meinen Freunden, darf kein Leid passieren.“

Eine letzte Träne verlässt meine Augen und verdampft.
Um mich herum schwärzt sich der Boden und verflüssigt sich zu Teer. Schwarze mit Teer überzogene Krallen, greifen nach meinen Füßen und der Teer beginnt an mir hochzukriechen. Gleichzeitig spüre ich, wie ich den Boden unter den Füßen verliere und die Krallen mich nach unten ziehen. Dann versinke ich vollständig. Ich spüre Hitze, die mich zu verzehren droht, und gleichzeitig meinen Körper umspielt, ich fühle mich gut und vergehe in lustvoller Agonie.

Das Let’s Read zum Text findet Ihr unter folgendem Link:
https://youtu.be/dTsTwEtGo0w