Gipfelbasilisk

Einsendeaufgabe 8 Horror

Anmerkung zu beiden Texten

Für das achte Heft, musste ich eine Szene zum Genre Horror schreiben, meinen Lösungsansatz hatte ich schon einmal im Stream vorgelesen. Da ich die Aufgabe nun korrigiert und Kommentiert zurück bekommen habe, lese ich die Geschichte noch einmal in ihrer überarbeiteten Fassung vor, dies geschieht im Stream am 15.01.2021.
Nachfolgend erst einmal der Text in seiner Variante, bevor ich ihn eingeschickt hatte und danach die überarbeitete Variante.

Waldspaziergang?


Das rote Laub lag über den Weg verstreut. Die Bäume hatten in diesem Jahr schon früh ihre Blätter abgeworfen. Ein wenig letztes Grün war an einigen Bäumen zu sehen, aber es ließ sich nicht mehr abstreiten, dass der Herbst, Einzug ins Land gehalten hatte. Die Luft war kühl, die Sonne lugte zwischen den Bäumen hervor. Bald würde sie untergehen. Aber ein paar Stunden Tageslicht, sollten noch vorhanden sein.
Der Wind rauschte sanft durch die Blätter und riss einige mit sich herab.
Colin spazierte schlurfend durch das rote Laub. Er liebte es, wenn die Blätter raschelten, wenn er mit seinen Füßen hindurch fuhr.
Trotzdem war Colin immer noch wütend. Er wollte lieber am PC Fortnite spielen, als hier draußen rumrennen zu müssen. Seine Mutter hatte ihn rausgeschickt, weil er ihrer Aussage nach, zu lange am PC gesessen hatte und nicht den ganzen Tag in der Stube hocken sollte. Das Wetter wäre so schön draußen. Ja das Wetter war schön. Sie wusste, wie gerne er draußen war, insbesondere in diesem Wald, aber eben nicht heute, wo er mit seinen Freunden online zum Spielen verabredet war. Aber die Zwille, die hatte er trotzdem mitgenommen. Er wusste, dass es seine Mutter ärgern würde. Sie hasste es, wenn er die Zwille verwendete, für seine Zielübungen. Er war davon überzeugt, dass ihm das im Computerspiel helfen würde.
Er las ein paar Steine auf und schoss auf einen Baumstamm. Plötzlich schreckte ein Eichhörnchen auf. Er zielte, ohne groß nachzudenken, er würde das Eichhörnchen sowieso nicht treffen. Dann schoss er.
Er traf das arme Tier, welches sich grade im Sprung befand. Es klatschte wie ein nasser Sack gegen den nächsten Baum und fiel zu Boden. „Das hat sie davon, wenn sie mich rausschickt, obwohl ich nicht will.“, sagte Colin wütend, aber ein wenig erschrocken.
Der Wind, der eben noch angenehm war, nahm zu und rauschte durch die Blätter. Colin ging zu der Stelle, an der das Eichhörnchen herabgefallen war. Aber da lag es nicht. Er atmete tief durch. Hatte er das Tier doch nicht so hart getroffen, wie er dachte?
Der Wind fegte über den Boden und riss einige Blätter hoch. Colin fröstelte. Wolken schoben sich vor die Sonne und plötzlich zeigte sich das zuvor schöne Herbstwetter von seiner unangenehmen Seite. Er drehte sich um, es war Zeit heimzugehen.
Von dem angenehmen Herbstbild von eben, war nichts mehr übrig. Er hatte grade ein Tier verletzt. Wenn auch unabsichtlich. War es wirklich unabsichtlich? Er drehte sich noch einmal um, zu der Stelle, an der das Eichhörnchen runtergefallen war. Er hatte das Tier sicher nicht schlimm getroffen, sonst würde es ja da liegen, sagte er sich. Er schaute noch einmal in der näheren Umgebung, fand aber nichts. Sein Blick streifte über die Baumreihen. Im fiel ein Baum auf, den er zuvor nie in diesem Wald gesehen hatte. Es war eine riesige knorrige Esche. Es sah aus, als würden sich mehrere Bäume umschlingen und aneinander hochwachsen. Der Baum musste alt sein, so dick, wie der Stamm war. Warum ist er ihm nie zuvor aufgefallen, man könnte super in diesem Baum klettern. Er schaute zum Himmel, er sah keine dunklen Regenwolken und nach Hause würde er nicht allzu lang brauchen.
Er schritt auf den Baum zu. Beim näherkommen sah er, dass zusammengebundene Stöcker in der Esche hingen. Die verschiedenen Formen ähnelten Schriftzeichen, nur kannte Colin ihre Bedeutung nicht. Fasziniert schaute er sich die Schriftzeichen an.
Die Rinde war dick und zerfurcht. Die Symbole die Colin im Baum sah, waren hier und da in der Rinde eingeritzt worden.
Es wurde merklich kühler, es würde nicht mehr lange dauern und es würde regnen.
Plötzlich fiel direkt vor ihm etwas auf den Boden. Colin brauchte einen Moment um zu erfassen, was es war. Sein Blick taxierte das rotbraune Fell, den weißen Bauch und die kleinen schwarzen Augen, die ihren Glanz verloren hatten. Der Körper des Tiers war völlig verdreht. Das Eichhörnchen, welches er abgeschossen hatte, lag vor ihm. Aber wie kam es hierher? Es war tot, es konnte also nicht mehr laufen. Er hatte es umgebracht. Mörder, hallte eine Stimme in seinem Kopf. Etwas Hartes, traf seine Schulter. Es war ein Stein, der nächste traf Colin an der Stirn. Irritiert betastete er die Wunde, besah sich seine Finger und sah Blut. Er schaute schockiert nach oben in den Baum. Seine Augen weiteten sich, in der Esche sah er sich selber sitzen. Nur, dass der andere Colin, schwarze Augen, graue Haut und ein vor Wut verzerrtes Gesicht besaß.
„Lauf, kleiner Mensch.“, sagte der Colin in der Esche und zielte mit einer Zwille auf ihn.
Colin schrie. Das, was er sah, konnte nicht sein.
„Lauf“, brüllte sein verzerrtes Spiegelbild fordernder. „Du hast das arme Tier aus purer Wut totgeschossen, also tu mir einen Gefallen und renn. Ich will an dir, meine Zielfertigkeit trainieren, Blut für Blut.“
Colin konnte geistig nicht erfassen, was da grad passierte, so etwas konnte es nicht geben, aber er fand endlich seine Beine wieder und rannte. Er spürte, wie ein Stein in seinen Rücken prallte und schrie vor Schmerz auf, rannte aber weiter. Er war inzwischen auf dem Weg, den er eben verlassen hatte, und rannte Richtung Heimat. Der Himmel öffnete seine Schleusen und es donnerte. Die Bäume wurden vom Wind hin- und hergestoßen und Blätter wirbelten auf. Er hatte Glück, dass kein weiterer Schuss seinen Kopf traf. Schmerzend pochte seine Stirn. Colin rannte, so schnell er konnte. Nach einer Weile prasselten keine Steine mehr auf seinen Körper ein. Er atmete durch. Am Ende des Weges sah er schon die Straße und dann wäre er gleich zu Hause. Er wagte einen Blick zurück, aber nichts war zu sehen.
Als sein Fuß den Asphalt berührte, schien die Welt sich zu drehen und er war wieder auf dem Waldweg. Vor ihm ragte die Esche auf. Sein verzerrtes Spiegelbild lachte laut und sprang von der Esche herab. Langsam und so geschmeidig wie ein Tier kam es auf ihn zu. Es legte es einen weiteren Stein in die Zwille und zielte auf seinen Kopf. Es lächelte und er erkannte, dass es kein Entkommen gab.

Anmerkung zu Variante 2

In die folgende Variante habe ich die Anmerkungen meines Fernlehrers eingearbeitet. Einzig die Anmerkung, dass meinem Fernlehrer der Anfang etwas zu lang ist, habe ich nicht überarbeitet. Diese Entscheidung habe ich getroffen, weil ich persönlich, Horror lieber mag, wenn er sich am Anfang Zeit lässt, dann aber voll und umso härter zuschlägt.

Waldspaziergang


Rotes Laub lag über den Weg verstreut. Die Bäume hatten in diesem Jahr schon früh ihre Blätter abgeworfen. Ein wenig letztes Grün war an einigen Bäumen zu sehen, aber der Herbst hatte längst Einzug ins Land gehalten. Die Luft war kühl, die Sonne lugte zwischen den Bäumen hervor, bald würde sie untergehen. Aber für ein paar Stunden Tageslicht reichte ihre Kraft noch. Colin spazierte schlurfend durch das Laub. Er liebte es, wenn die Blätter dabei raschelten. Aber eigentlich wollte er lieber am PC Fortnite spielen, als hier draußen herumrennen zu müssen. Seine Mutter hatte ihn hinausgeschickt, weil er ihrer Meinung nach zu lange am PC gesessen hatte und nicht den ganzen Tag in der Stube hocken sollte. Das Wetter sei so schön draußen. Ja das Wetter war schön. Sie wusste, wie gerne er draußen war, insbesondere in diesem Wald, aber eben nicht heute, wo er mit seinen Freunden online zum Spielen verabredet war. Aber die Zwille, die hatte er trotzdem mitgenommen. Er wusste, dass es seine Mutter ärgern würde. Sie hasste es, wenn er die Zwille verwendete, für seine Zielübungen. Sie war der Meinung, er würde sich mit seiner Schießerei irgendwann ein Auge ausschießen. Aber er war davon überzeugt, dass ihm das im Computerspiel helfen würde, immerhin muss man in Fortnite ja auch andere Spieler abschießen und genau zielen, ob er das nun im Spiel tat, oder draußen mit seiner Zwille. Collin sah da keinen Unterschied.
Er las ein paar Steine auf und schoss auf einen Baumstamm. Plötzlich schreckte ein Eichhörnchen auf. Er zielte, ohne groß nachzudenken, er würde das Eichhörnchen sowieso nicht treffen. Dann schoss er.
Er traf das arme Tier im Sprung. Wie ein nasser Sack klatschte es gegen den nächsten Baum und fiel zu Boden.
„Das hat sie davon, wenn sie mich rausschickt, obwohl ich nicht will“, sagte Colin wütend, aber der Schreck steckte tief in ihm drin.
Der Wind, der eben noch angenehm war, rauschte jetzt wild durch die Blätter. Colin ging zu der Stelle, an der das Eichhörnchen herabgefallen war. Aber da lag es nicht. Er atmete tief durch. Hatte er das Tier doch nicht so schwer verletzt, wie er befürchtet hatte?
Der Wind fegte über den Boden und riss einige Blätter hoch. Colin fröstelte. Wolken schoben sich vor die Sonne und plötzlich zeigte sich das zuvor schöne Herbstwetter von seiner unangenehmen Seite. Er drehte sich um, es war Zeit heimzugehen.
Von dem angenehmen Herbstbild von eben war nichts mehr übrig. Er hatte grade ein Tier verletzt, wenn auch unabsichtlich. War es wirklich unabsichtlich? Er drehte sich noch einmal um, zu der Stelle, an der das Eichhörnchen heruntergefallen war. Er hatte das Tier sicher nicht schlimm getroffen, sonst würde es ja da liegen, sagte er sich. Colin schaute noch einmal in der näheren Umgebung, fand aber nichts. Sein Blick streifte über die Baumreihen. Ihm fiel ein Baum auf, den er zuvor nie in diesem Wald gesehen hatte. Es war eine riesige knorrige Esche. Es sah aus, als würden sich mehrere Bäume umschlingen und aneinander hochwachsen. Der Baum musste alt sein, so dick, wie der Stamm war. Warum war er ihm nie zuvor aufgefallen, man könnte super in diesem Baum klettern? Er schaute zum Himmel, er sah keine dunklen Regenwolken und nach Hause brauchte er nicht lange. Also los.
Er schritt auf den Baum zu. Beim Näherkommen sah er, dass zusammengebundene Stöcke in der Esche hingen. Die verschiedenen Formen ähnelten Schriftzeichen, nur kannte Colin ihre Bedeutung nicht.
Die Rinde war dick und zerfurcht. Hie und da waren Symbole eingeritzt worden.
Es wurde merklich kühler, plötzlich zogen dicke Wolken auf, es würde nicht mehr lange dauern und es würde regnen. Seltsam, dachte Collin, so verrückt spielte das Wetter doch sonst nicht.
Plötzlich fiel direkt vor ihm etwas auf den Boden. Colin brauchte einen Moment um zu erfassen, was es war. Sein Blick taxierte das rotbraune Fell, den weißen Bauch und die kleinen schwarzen Augen, die ihren Glanz verloren hatten. Der Körper des Tiers war völlig verdreht. Das Eichhörnchen, welches er abgeschossen hatte, lag vor ihm. Aber wie kam es hierher? Es war tot, es konnte also nicht mehr laufen. Er hatte es umgebracht. „Mörder!“, hallte eine Stimme in seinem Kopf. Etwas Hartes, traf seine Schulter. Es war ein Stein, der nächste traf Colin an der Stirn. Irritiert betastete er die Wunde, besah sich seine Finger und sah Blut. Er schaute schockiert nach oben in den Baum. Seine Augen weiteten sich, in der Esche sah er sich selber sitzen. Nur, dass der andere Colin, schwarze Augen, graue Haut und ein vor Wut verzerrtes Gesicht besaß.
„Lauf, Mensch!“, sagte der Colin in der Esche und zielte mit einer Zwille auf ihn.
Colin schrie. Das, was er sah, konnte nicht sein.
„Lauf! “, brüllte sein verzerrtes Spiegelbild. „Du hast das arme Tier aus purer Wut erschossen, also tu mir einen Gefallen und renn. Ich will an dir, meine Zielfertigkeit trainieren, Blut gegen Blut.“
Colin verstand nicht, was da grade passierte, so etwas konnte es nicht geben, er wurde sich bewusst, dass er Beine hatte und rannte. Er spürte, wie ein Stein in seinen Rücken prallte und schrie vor Schmerz auf, rannte aber weiter. Er war inzwischen auf dem Weg, den er eben verlassen hatte, und rannte Richtung Heimat. Der Himmel öffnete seine Schleusen und es donnerte. Die Bäume wurden vom Wind hin und her gestoßen und Blätter wirbelten auf. Er hatte Glück, dass kein weiterer Schuss seinen Kopf traf. Schmerzend pochte seine Stirn. Colin rannte, so schnell er konnte. Nach einer Weile prasselten keine Steine mehr auf seinen Körper ein. Er atmete durch. Am Ende des Weges sah er schon die Straße und dann wäre er gleich zu Hause. Er wagte einen Blick zurück, aber nichts war zu sehen.
Doch als sein Fuß den Asphalt berührte, schien die Welt sich zu drehen, und er war wieder auf dem Waldweg. Vor ihm ragte die Esche auf. Sein verzerrtes Spiegelbild lachte laut und sprang von der Esche herab. Langsam und so geschmeidig wie ein Tier kam es auf ihn zu. Es legte es einen weiteren Stein in die Zwille und zielte auf seinen Kopf. Es lächelte und Colin erkannte, dass es kein Entkommen gab.

Anmerung zu beiden Texten:

Die Arbeit mit diesen beiden Texten hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich finde spannend zu sehen, wie er sich weiterentwickelt. Vermutlich werde ich, bevor der Text dann erst einmal für eine lange Zeit ruht, noch ein drittes mal den Text überarbeiten. Sollte das passieren, werde ich ihn nachfolgend unter diesen Text posten.