Ausschreibung: Ausbruch aus den Schatten
Bitte keine Texte mehr einsenden, die Ausschreibung wird ausgewertet!
Inhalt:
- Eine queere Horror-Anthologie
- Kernpunkte der gesuchten Texte
- Disclaimer
- Inhaltliche Regeln
- Formale Regeln
- Fristen
- Was bekommst du
- Downloads
- Fragen und Antworten
Eine queere Horror-Anthologie
Von heimgesuchten Häusern bis zu blutdurstigen Vampiren, von Wünschen mit Folgen bis dämonischer Präsenz mit Hintergedanken, von Nekromant*innen, die von Wiederbelebten verfolgt werden, bis hin zu lebendigen Büchern, die sich von deinem Nachtschlaf ernähren.
Ich suche für eine Halloween-Anthologie Texte, die Monster, mystische Wesen oder garstige Entitäten enthalten und progressive, queere Inhalte thematisieren.
Diese Anthologie soll einen Gegenpol zu Ismen- und stereotypenbehaftetem Horror setzen, denn Stimmen marginalisierter Personengruppen bleiben viel zu oft ungehört! Bist du da anderer Meinung, sende deinen Text nicht ein, denn dann haben wir weder eine gemeinsame Diskussions- noch Arbeitsgrundlage.
Dieses Projekt wird eine Spendenanthologie. 1 € jedes verkauften Buches soll nach Veröffentlichung an den LSVD gehen: https://www.lsvd.de

Bisherige Einsendungen
67
Kernpunkte der gesuchten Texte
Das erste zentrale Element der Geschichte soll ein queeres Thema und/oder eines sein, das marginalisierte Personen betrifft (z. B. BIPoC, intersektionalen Feminismus, Be_hinderungen, chronische Krankheiten, Neurodivergenz usw.). Das kann ein*e queere Portagonist*in sein, kann aber auch eine entsprechende Problematik im Allgemeinen bearbeiten, zum Beispiel: Geschlechtsdysphorie, Ausgrenzung, Gleichberechtigung (…) o.Ä.
Das zweite zentrale Element der Texte sind »Monster«. Ein solches muss nicht zwingend böse sein, es kann auch Love Interest werden, aber bitte keine pure Romance. Dein Text muss im Horror-Genre verwurzelt sein. Ob du innerhalb dessen Cozy-, Gothic-, Untoten-, House‑Horror oder ein anderes Untergenre bedienst, ist dir überlassen. Die Geschichte muss aber zur Fantastik gehören, also deutlich übernatürliche Elemente enthalten. Slasher sind also nur mit einer maßgeblich beteiligten übernatürlichen Entität erlaubt.

Disclaimer
Einsendungen, die den folgenden Vorgaben nicht entsprechen, werden nicht berücksichtigt.
Inhaltliche Regeln:
- Die Zielgruppe der Anthologie sind Personen ab 18 Jahren.
- Content-Notes sind anzugeben.
- Milder Spice ist erlaubt, darf aber nicht im Fokus stehen. Es muss zwingend Consent zwischen den eindeutig volljährigen Beteiligten bestehen. Nur »Ja« heißt ja!
- Ismen und Stereotypen müssen aufgebrochen werden.
- Bodyhorror oder Gewalt als Horrorelemente sind als Würze des Textes erlaubt, sollten aber nicht die ganze Suppe ausmachen!
Formale Regeln:
- Gesucht sind ausschließlich Prosatexte.
- Jede natürliche, volljährige Person kann exakt einen Text einsenden.
- Euer Text muss selbst verfasst sein und darf keine Rechte Dritter verletzen.
- Texte, die mithilfe generativer KI entstanden sind, sind von der Ausschreibung ausgeschlossen. Deine Einsendung wird dementsprechend überprüft.
- Textlänge: Maximal 15.000 Zeichen inklusive Leerzeichen, formatiert als Normseite (Word, Open Office, Papyrus). Überschrift und Content-Notes zählen nicht in die Zeichenbegrenzung.
- Deine Geschichte muss noch unveröffentlicht sein.
- Deiner E-Mail müssen zwingend eine Kurzvita (500 Zeichen inklusive Leerzeichen) sowie ein Autor*innenbild (auch hier keine generative KI Inhalte) mit entsprechenden Nutzungsrechten beigefügt werden.
- Nutzt du Social Media, gib bitte deine Usernames/Handles mit an. Social-Media-Nutzung ist keine Voraussetzung zur Teilnahme.
- Jede Geschichte wird eine passende Illustration von Carolin Summer erhalten. Gib darum bitte drei Gegenstände an, die in deinem Text vorkommen oder ihn repräsentieren.

Fristen
- Deinen Text sendest du bitte bis zum 01.09.2026 an: ausschreibung@gipfelbasilisk.de
- Du bekommst bis spätestens 01.10.2026, 18 Uhr eine Rückmeldung. Alles Weitere wird per E-Mail besprochen.
- Die Veröffentlichung der Anthologie ist spätestens zum 31.10.2027 geplant.
Was bekommst du
- Bei Annahme deines Textes bekommst du einen Vertrag und bei Veröffentlichung des Buches symbolische 20,– €. Der Betrag kann auch an den LSVD gespendet werden.
- Nach individueller Prüfung der Texte entscheidet sich, ob ein Sensitivity Reading notwendig ist. Dein Text durchläuft zudem obligatorisch ein professionelles Lektorat durch Kommafalter und Korrektorat durch Nadine Föhse. Der Buchsatz wird von mir, Gipfelbasilisk, geleistet.
- Zur Veröffentlichung erhältst du ein Printexemplar des Buches als Beleg und kannst vergünstigte Exemplare zum selbstständigen Verkauf erwerben.

Downloads
Ausschreibung zum Download
Muster Anthologievertrag
Fragen und Antworten
F: Muss der Text anonymisiert eingeschickt werden?
A: Nein, du musst deinen Text nicht anonymisieren.
F: Dürfen auch Comics oder Bilder eingesandt werden?
A: Nein, bitte nur Prosa-Texte.
F: Kann ich einen Text auch unter einem Pseudonym einreichen?
A: Ja, das ist möglich. Ich brauche aber bei einer Veröffentlichung deinen Klarnamen und deine Adresse für den Autor*innenvertrag, werde die aber nirgends veröffentlichen! Ist es ein im Personalausweis eingetragenes Pseudonym, reicht natürlich auch das für den Vertrag.
F: Wie dark darf es werden?
A: Sehr dark, achtet aber auf die Beschränkungen. Keine sexualisierte Gewalt. Nur »Ja« heißt ja! Und Stereotype und Ismen müssen aufgebrochen werden. Ich möchte nicht x-mal „Burry your Gays“ oder so etwas lesen, wenn es nicht aufgebrochen wird.
F: 15.000 Zeichen inklusive Leerzeichen sind mir zu knapp. Kann ich auch längere Geschichten einsenden?
A: Die Zeichenbegrenzung von 15.000 Zeichen inklusive Leerzeichen müsst ihr einhalten, denn: Wir wollen eine möglichst große Bandbreite an Autor*innen zu Wort kommen lassen. Da Lektorat, Korrektorat und Sensitivity-Reading Geld kosten, habe ich die Grenze entsprechend gewählt. Längere Geschichten würden sonst bedeuten, dass nur weniger Autor*innen zu Wort kommen können, denn das Budget ist fix.
F: Bekomme ich nach einer Einsendung eine Antwort?
A: Ja, ich versuche, euch zeitnah den Eingang zu bestätigen. Die Texte lese ich aber erst nach Ablauf der Ausschreibungsfrist. Ihr bekommt also erst zum oben genannten Zeitpunkt Rückmeldung, ob eure Geschichte dabei ist oder nicht.
F: Gibt es Beispiele für das Maß an Bodyhorror, das okay wäre?
Kurze Antwort: Der Kontext ist wichtig, es muss begründet als Horrorelement genutzt werden, dann ist auch wesentlich mehr erlaubt, aber nur dann und auch dann nicht ausschließlich!
Lange Antwort: Hell Followed with Us von Andrew Joseph White ist hier ein klares Beispiel, wie das gemeint ist. Meines Erachtens ist das ein wirklich guter queerer Horrorroman, der für viele Aspekte der Ausschreibung als Beispiel genutzt werden kann. Unter anderem finden sich in dem Roman auch Beispiele für gute neurodivergente Repräsentation. Mir ist wichtig, wenn ihr Bodyhorror nutzt, dass ihr ihn bewusst und nicht als einziges Horrorelement benutzt. Beispielthema Körperdysphorie: Hier kommt ihr ja rasch in Bereiche, die als Bodyhorror gewertet werden. Hier ist es aber aufgrund des Kontextes auch logisch, dass ihr diese Elemente nutzt, aber nutzt sie bitte nicht ausschließlich. Die Psyche des Charakters, das Umfeld, Lautsprache mit Geräuschen (wobei das auch je nach Kontext als Bodyhorror gewertet werden kann), das Setting, Metaphern (…). Es gibt so viel, das ihr nutzen könnt, um Horror darzustellen. Also werdet da kreativ.
F: Wie sollte das Autor*innenbild gestaltet sein?
A: Keine Gen-KI-Inhalte. Ein einfaches Foto von dir ohne weitere gestalterische Elemente, im Sinne von angebrachter Schrift oder Ähnlichem. Schrift oder Grafiken wie Rahmen werden häufig in der Verwendung pixelig. Sollte eure Geschichte angenommen werden, werden die Bilder einheitlich genutzt. Das bedeutet für Social Media: Gestalten wir einheitliche Posts, mit Schrift und Grafiken. Im Buch wird euer Foto in Schwarzweiß verwendet. Weitere, insbesondere farbige Gestaltungen, sehen hinterher nicht mehr so gut aus und verpixeln oder brennen leicht aus, sodass sie nicht mehr erkennbar sind. Falls ihr anonym bleiben wollt: Werdet gerne kreativ – ein Foto von einem Schatten, ein Abendhimmel, eine Laterne bei Nacht – so könnt ihr auch eure Anonymität wahren. Selbst eine Zeichnung mit Strichmännchen ist besser als Gen‑KI!
F: Was sind Content Notes?
A: Content Notes sind im Grunde thematische Inhaltsangaben bzw. -warnungen.
Beispielsweise mögen manche Menschen keinen Bodyhorror oder wenn in einer Geschichte ein Tier stirbt, die Oma (…). Es gibt sehr viele Dinge, die du angeben kannst. Ich finde da diesen Hinweis sehr nützlich:
“Es gibt kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch. Aber folgende Fragen helfen dir bei der Entscheidung:
– Enthält mein Text Szenen, die stark belasten oder retraumatisieren könnten?
– Würde ich mir selbst in dieser Situation einen Hinweis wünschen?Quelle: https://www.lektorat-jungierek.de/triggerwarnungen-und-contentnotes-ein-leitfaden-fuer-autorinnen/
Die Content Notes, die du zu deiner Geschichte findest, müssen nicht vollständig sein. Wenn dein Text genommen werden sollte, ergänze bei Bedarf entweder ich im Vorfeld oder, falls ich etwas übersehe, auch das Lektorat noch. Wichtig ist, dass du sie ernst nimmst und dir Gedanken machst. In der Nachricht an mich müssen sie nur drin sein, wo, ist mir egal. Hauptsache, ich finde sie.
Wo werden sie platziert? Im Buch setze ich die Content Notes auf die letzte Seite, damit Personen, die sie nicht benötigen, nicht gespoilert werden. Vorn im Buch steht dann für die Personen, die sie brauchen, ein Hinweis auf die CN.
Dies ist nicht meine erste Anthologie. Wenn ihr etwas über meine vorherige wissen wollt, schaut doch einmal hier:

Ihr interessiert euch für das Thema Kurzgeschichten und sucht euren Zugang zum Schreiben? Ihr habt Angst vor dem weißen Blatt und sucht Hilfen, diese Angst zu überwinden? Dann schaut euch doch einmal die – Was passiert danach? Anthologie – an! Dort bekommt ihr Aufgaben, die ihr in euer Dokument kopieren könnt, dann ist das Blatt schon mal nicht mehr weiß. Zudem bekommt ihr Leitfragen, die euch beim Schreiben des Textes helfen sollen, indem ihr versucht, sie zu beantworten.



Ich glaube, meine Geschichte passt thematisch zur Anthologie, ich würde sie gern einsenden, nur dass sie zu lang ist, hat 31 418 Zeichen inklusive Leerzeichen.
Längere Geschichten sind leider nicht vorgesehen. Da jede Geschichte ein professionelles Lektorat, Korrektorat und ggf. Sensitivity-Reading durchläuft, entstehen Kosten. Wir haben uns für dieses Wortziel entschieden, um eine möglichst große Bandbreite an Themen im Buch darstellen zu können.
Hallo, gibt es vielleicht Beispiele für das maximal gewünschte Ausmaß an Body Horror? Oder einen etwas genaueren Rahmen? Ich wäre inhaltlich daran interessiert, mich mit Geschlechtsdysphorie und chronischer Krankheit auseinandersetzen, aber da ist man sehr schnell an einem Punkt, den man als Body Horror bezeichnen kann, und es wäre schon ein signifikanter Teil “der Suppe”.
Huhu, falls du die Bücher von Andrew Joseph White kennst, insbesondere Hell Followed With Us, da ist es ja eine ähnliche Thematik, dann bekommst du eine sehr deutliche Vorstellung davon, wie ich den Absatz meine. Mir ist wichtig, dass Bodyhorror als Element nicht als ausschließliches Stilmittel benutzt wird, um Horror darzustellen. Das wird unter anderem gerade in Filmen gerne gemacht. Im Kontext der Thematik Geschlechtsdysphorie, ist es aber ja deutlich begründet, warum du Bodyhorror als signifikanten Teil der Suppe benutzt. Gerade hier, passt das Horror-Element ja sogar sehr gut. Ähnlich auch mit chronischen Krankheiten als Thema. Achte da vielleicht nur insgesamt darauf, dass der Horror nicht ausschließlich als Bodyhorror dargestellt wird. Die psychische Ebene, würde sich hier ja zum Beispiel anbieten oder der Kontext zum Umfeld. Sprich, hier würde ich aufgrund des Kontextes deutlich mehr Bodyhorror zulassen, da er thematisch begründet ist. Auf jeden Fall ein spannendes Thema. Ich würde mich freuen, wenn sich jemand traut, das Thema in Horror umzusetzen.
Was sind Content-Notes, die anzugeben sind? Handelt es sich um ein paar Schlüsselwörter? Sollen sie gleich unter der Überschrift stehen?
Content-Notes sind im Grunde thematische Inhaltswarnungen.
Also zum Beispiel mögen manche Menschen keinen Bodyhorror, oder wenn in einer Geschichte ein Tier stirbt, die Oma (…). Es gibt sehr viele Dinge, die du da angeben kannst. Ich finde da folgenden Hinweis sehr nützlich:
Zitat:
“Es gibt kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch. Aber folgende Fragen helfen dir bei der Entscheidung:
– Enthält mein Text Szenen, die stark belasten oder retraumatisieren könnten?
– Würde ich mir selbst in dieser Situation einen Hinweis wünschen?”
Quelle: https://www.lektorat-jungierek.de/triggerwarnungen-und-contentnotes-ein-leitfaden-fuer-autorinnen/
Die Content-Notes, die du findest, müssen nicht vollständig sein. Wenn dein Text genommen werden sollte, werden die von mir im Vorfeld oder, falls ich etwas übersehe, auch im Lektorat ggf. ergänzt. Wichtig ist, dass du sie ernst nimmst und dir Gedanken machst.
Wo werden sie platziert? Mir ist es im Grunde egal, wo du sie hinschreibst, solange ich sie in der Nachricht an mich irgendwo finde. Sprich entweder in den E-Mail-Text, in die Datei direkt unter oder über die Überschrift. Zur Vita oder bei der Angabe der drei Gegenstände für den Text. Hauptsache, sie sind da.
Im Buch später setze ich die Content-Notes meist auf die letzte Seite, damit die Personen, die sie nicht benötigen, nicht gespoilert werden. Vorn im Buch steht dann ein Hinweis auf die CN, für die Personen, die sie brauchen.