Return to Silent Hill oder: eine Shitshow in Spielfilmlänge
Ganz ehrlich, ich weiß gar nicht, wo ich mit meiner Rezension anfangen soll. Vielleicht hier tatsächlich mit dem Positiven, denn das haben wir am schnellsten abgehandelt.
Postiv:
- Wiedererkennbarkeit der Orte (Fan-Service)
- Original-Soundtrack im Abspann
- gemeinsames Lachen mit fremden Menschen darüber, wie schlecht dieser Film war.
Allgemeine Gedanken
Dieser Film wird mir noch lange im Kopf bleiben, immerhin das hat er geschafft. Ich kann so ziemlich jedem »schlechten« Film etwas abgewinnen und kann auch Trash feiern. Dann muss er aber auch gut gemacht sein. Wenn ein Verriss über einen Film erscheint, schaue ich solche Filme sogar bevorzugt, um mir ein eigenes Bild davon zu machen.
Hier ist es jetzt das erste Mal, dass ich denke: Jupp, hättest du mal auf die Kritiken gehört. Wobei ich überzeugt bin, dass sogar viele der Kritiken untertreiben, wie schlecht dieser Film einfach ist. Über die erste Verfilmung kann man sagen, was man will: Ja, Pyramid Head und die Nurses passen nicht in die Lore von Silent Hill, da sie mit Spiel 2 eigentlich untrennbar verbunden sind. (Die Monster in Silent Hill entstehen aus der Psychologie der Perspektivfigur, und wieso sollten identische Monster einer anderen Person, dann in diesem Film auftauchen?) Aber es wurde bei der ersten Verfilmung versucht, etwas Eigenes zu machen, das die Stimmung von den Spielen aufgreift. Und das war für mich gelungen.
Dass aber die gleiche Person, Jahre später einen noch schlechteren Film macht, habe ich nicht erwartet. Ich habe jetzt sehr viel gesagt, ohne eigentlich was zu sagen, außer dass er schlecht ist. Nachfolgend liste ich mal exemplarisch Punkte auf und gehe dann nur auf die letzten beiden detailliert ein, weil es sonst einfach zu viel wird.
Negativ:
- super schlechtes CGI
- Charakter vor Greenscreen gefilmt und man sieht, dass es vor dem Greenscreen gefilmt wurde
- Jumpscares, die sich so sehr ankündigen, dass sie nur noch aufgrund der übersteuerten Lautstärke erschrecken
- völlig überzeichnete Charaktere, die so flach sind, dass ein Toastbrot mehr Gehalt hat
- Charakterzeichnungen, die dafür sorgen, dass die Handelnden einem vollkommen egal sind
- eine Liebesgeschichte, die in so strahlenden Farben dargestellt ist, dass es dir die Netzhaut abbrennt
- eine Liebesgeschichte, die so flach und gleichzeitig überzeichnet ist, dass selbst Telenovelas tiefgründiger sind und dagegen von der Komplexität her wie ein Gebirge wirken
- Flackerlichter, die so unangenehm sind, dass sie Migräne triggern
- Wo zur Hölle kommt der satanistische Sexkult her? Und warum ist er da? Nicht einmal das wird wirklich sinnvoll erklärt, aber zu Erklärungen kommen wir später.
- dunkle, verwackelte Bilder von einem Menschen, der durch düstere Landschaften rennt, mit Texturen, die heutige Gen-KI-Modelle besser hinbekommen – und ihr wisst, was ich von Gen-KI halte. Selbst den ikonischen Nebel haben sie einfach weggelassen. War überhaupt welcher da? Ich frage mich das gerade ernsthaft nach diesem langweiligen Fiebertraum.
- Monster, die so schlecht CGI sind, dass sie eher lustig als erschreckend wirken
- fragmentierte Erzählweise, ohne etwas zu erzählen! Man hätte den Großteil des Filmes zusammenschneiden können auf wenige Szenen bis auf …
- das massive Tell, das einem den Film erklärt
Ausführung zu den letzten beiden Punkten:
Und gerade die letzten beiden Punkte sind so irrsinnig. Wie schafft man das? Ernsthaft, das ist eine Leistung. Uns wird zigmal erzählt in Bild und Ton, dass Pyramid Head die manifestierte Wut vom Protagonisten ist. Uns wird in Szenen vorgekaut, wie die Beziehungen der Charaktere sind, wie die Monster mit der Geschichte zusammenhängen, und selbst die verschiedenen Manifestierungen von Maria, werden uns erklärt. Überlegungen, Hirnanstrengungen nicht nötig.
Es wird uns vorgekaut wie im langweiligsten Frontalunterricht, und selbst da hätte man mehr Anstrengung, weil man mitschreiben und sich Dinge merken muss. Hier ist es so schlecht, dass es schlichtweg egal ist, wenn du etwas verpasst. Schätzungsweise 5 Minuten später wird’s dir auf die ein oder andere Weise ohnehin erneut vorgekaut.
Fazit
Der Film dauert 106 Minuten. Normalerweise, wenn ein Film unterhält, bekomme ich nicht mit, wie unbequem Kinosessel eigentlich sind. Hier wusste ich schon nach 30 Minuten nicht mehr, wie ich sitzen sollte.
Es klingt sicher so, als ob ich sehr wütend wäre. Ganz ehrlich – das bin ich nicht. Dieser Film belustigt mich sogar massiv. Was mich jedoch wütend macht, ist die sinnlose Verbrennung von Geld und Ressourcen, und genau das wurde hier gemacht. Jede B‑Movie-Produktion mit weniger Budget würde einen besseren Film hinbekommen.
Jede Rezension, die ich bisher gehört und gelesen habe, kratzt nur an der Spitze des Eisbergs und auch meine kitzelt ihn nur. Tut euch das nicht an. Nicht mal, um zu überprüfen, ob an den Rezensionen etwas dran ist.
Gebt Return to Silent Hill, die Würde, die dieser Film verdient, und lasst ihn ungesehen in Ruhe sterben!



Das Toast unter dem leisen Hügel.
Ich feier‘ deine Rezession gerade hart xD
Möge Dein nächster Kinobesuch Dich vortrefflicher unterhalten <3 …oder überhaupt xD