Recap – Gipfelbasilisk trifft … Yola Stahl
Am Montag, dem 20.10.25, war die wunderbare Autorin Yola Stahl bei mir zu Gast. In diesem Beitrag fasse ich Highlights und Informationen aus dem Stream kurz zusammen. Ich möchte an dieser Stelle noch erwähnen, wie angenehm und entspannt der Stream mit Yola war. Ein großes Dankeschön dafür, dass du im Stream zu Besuch warst.
Yola Stahl, das Multitalent

Während für manche bereits das Schreiben von Romanen eine echte Herausforderung ist, zeigt sich Yola Stahl unglaublich vielseitig. Sie ist nicht nur Fantasyautorin, sondern auch Designerin, LARP-Organisatorin, hat eine Familie und sehr viele Hobbys. Unter anderem beschichtet sie Gegenstände durch Galvanisierung mit Metall.
Ohne ein so hohes Arbeitspensum glorifizieren zu wollen, fragte ich sie danach, wie sie das alles unter einen Hut bekommt. Die Antwort war recht einfach – phasenweise.
Yola schreibt Fantasy mit starken romantischen Anteilen. Dazu später mehr. Sie hat bisher sieben Romane veröffentlicht, die alle diesem Genre und Untergenre angehören. Ihr neuestes Werk ist am 25.10.25 erschienen. Es heißt »Eine Blume aus Gift und Eisen« und ist ein Fantasyroman mit Heist-Plot, auch dazu gleich noch mehr.
Designerin mit Leidenschaft
Wer eines ihre Bücher in die Finger bekommt, ist meist erst einmal von der aufwendigen Ausgestaltung beeindruckt. Das ist in dieser Form möglich, weil Yola Self-Publisherin aus Leidenschaft ist. Denn nur so hat sie die komplette kreative Freiheit und kann, wie sie sagt, zu einem Buch vierzig Illustrationen anfertigen, einen Farbschnitt gestalten und dem Cover grün metallic folierte Akzente geben, zusätzlich zu den extravaganten Charakterkarten. Allein nur für solche Design-Aspekte nimmt sie sich einen ganzen Monat Zeit.
Von einer solchen Herangehensweise bin ich sehr begeistert und wünschte, ich könnte so viel an meinen Büchern selbst gestalten. Sie berichtete aber auch darüber, dass die Entwicklung des Looks ihrer Bücher in dieser Buntglasoptik nicht einfach war. Erst der Wiederfund einiger ihrer früheren galvanisierten Objekte und anderer in genau diesem Stil angefertigter Bilder brachte sie auf den Gedanken, ihn für ihre Cover anzuwenden.
So schließt sich auch ein wenig der Kreis. Ich sage das gelegentlich im Stream: Hebt eure Experimente (Texte, Kunst, Hobbys) auf. Wenn ihr etwas gelernt habt, habt ihr dies nie umsonst gemacht, es kann euch später zu neuen Höhen inspirieren.
Überzeugt euch selbst und bestellt jetzt ihren neuesten Roman »Eine Blume aus Gift und Eisen«
Klappentext:
Londinium, 1890.
Bei einem verdeckten Einsatz trifft die Kriegshexe Nastasia ihre alte Liebe Moosblüte wieder. Unerwartet bekommen die beiden Frauen so ihre Chance auf eine gemeinsame Zukunft. Aber der Preis ist hoch: Mit einem Team aus Arkanen sollen sie in den Black Tower von Londinium einbrechen, um ein wertvolles Artefakt zu stehlen. Doch in dieser Stadt ist nichts, wie es scheint, und Verrat lauert an jeder Ecke – selbst in den eigenen Reihen. Plötzlich steht nicht nur ihr Leben, sondern das Schicksal von Millionen auf dem Spiel. Nastasia und Moosblüte müssen eine schwerwiegende Entscheidung treffen:
Werden sie ihre Liebe für das Überleben einer ganzen Welt opfern?
Ein alternatives London voller Magie, ein unmöglicher Einbruch und eine sapphic Liebe über die Zeit hinweg.

Autorin mit Special-Interests-Vorliebe

Aber nicht nur die visuelle Gestaltung ihrer Bücher ist aufwendig, auch die Schreibprozesse sind es. Hierbei musste ich oft innerlich sehr schmunzeln, da ich einiges des Gesagten sehr gut nachvollziehen konnte. Yola Stahl ist zwar Plotterin, aber es kommt immer wieder vor, dass ihre Charaktere lebendig werden und für sie überraschende Wendungen entstehen. Sie geht mit diesen aber sehr entspannt um. Denn ihrer Meinung nach sind diese Twists die Würze, die eine Geschichte am Ende besser machen, weil der Text durch sie stimmiger wird.
Yola liebt aber auch die Recherche. Besonders interessieren sie Geschichte, Biologie und Chemie sowie Folklore, Märchen und Sagen. Diese nehmen immer wieder Einfluss auf ihre Texte. So verarbeitet sie, wie sie sagt, in jedem Roman ein Special Interest. Im nächsten Projekt entführt sie uns beispielsweise unter Wasser und berichtete von Lebewesen, die an heißen Schloten in der Tiefsee leben. Ihrer Meinung nach ist Fantasy ein Spiegelbild unserer Welt, weswegen sie ihre Texte mit Fakten unserer Daseinsebene untermauert.
Diese Aussage bezieht sich aber nicht nur auf ihre umfassenden Recherchen, sondern auch auf die sozialkritischen Aspekte ihrer Werke. Ihr ist wichtig, dass ihre Texte Casual Queer sind. Es gibt genug Hass und Hetze in der Welt gegenüber teilweise mehrfach marginalisierten Gruppen. Die Protagonist*innen haben oft massive Hürden zu überwinden, Traumata, die sie belasten. Aspekte wie etwa eine gleichgeschlechtliche Liebe sollten aber nicht das Problem sein.
Und dabei eröffnen wir gleichzeitig ein weiteres, wichtiges Thema ihres Schreibens: In ihren Büchern finden sich romantische Beziehungen. Mir fallen solche Inhalte eher schwer, für sie sind diese Faktoren aber ein weiteres Gewürz der Geschichte und darum fest in ihnen verwurzelt. Allerdings machen sie nicht den Hauptplot aus. Auf dich warteten hier noch viele weitere spannende Fantasyelemente, die sich auf jeden Fall zu entdecken lohnen.

Speeddating mit Yola Stahl
Q: Ein Tag LARP oder einen Tag schreiben, ohne auf die Uhr schauen zu müssen?
A: Einen Tag schreiben, ohne auf die Uhr schauen zu müssen!
Q: Kaffee oder Tee?
A: Kaffee
Q: Lieblingssnack beim Schreiben?
A: Linsenchips
Q: Wenn dein neues Buch eine Tarot-Karte wäre, welche wäre es und warum?
A: Die Gehängte, wegen des vollzogenen Perspektivwechsels in der Geschichte, der nicht leicht ist und mit schweren Hürden einhergeht, die Protagonistin aber voranbringt.
Q: »Der Herr der Ringe« oder »Die unendliche Geschichte«?
A: »Der Herr der Ringe«
Q: Dein Lieblingsmärchen?
A: Einfache Antwort: »Schneeweißchen und Rosenrot«
A: Komplexe Antwort: Ich habe mal ein Märchen gelesen, das zwar recht kurz war, mir aber nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist. Leider erinnere ich mich nicht mehr an den Titel, aber ich glaube, es war eines der Gebrüder Grimm. Darin ging es um drei Jäger, einen in Rot, einen in Grün und einen in Schwarz, die Geschenke brachten. Im Grunde behandelte die Geschichte aber das Leben und den Tod.
Ich habe schon länger recherchiert, konnte jedoch bis jetzt nicht herausfinden, welches Märchen gemeint ist. Wer eine Idee hat, kann ja gern kommentieren!
Wenn ihr noch mehr über Yola erfahren wollt, habt ihr noch die Möglichkeit, den Stream bis zum 15.12.2025 auf Twitch nachzuschauen. Am besten folgt ihr ihr auch auf Instagram oder besucht ihre Homepage.
Ihr wollt mehr Interviews mit Autor*innen lesen? Hier findet ihr ein weiteres mit Mina Bekker.


