Rückblick: Lesung in der Phantastischen Bibiliothek in Wetzlar
Ich habe mich in diesem Jahr für die »Herbstliche Lesung« in der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar beworben und mich so gefreut, als die Zusage kam. Ab dem Moment war ich instant aufgeregt. Die Location kannte ich bereits aus Videos von Orkenspalter, durch Bilder von Kolleg*innen und von einem Gespräch mit Klaudia Seibel, das ich 2023 auf dem BuCon geführt hatte. Seitdem war der Wunsch da, dieses Haus einmal zu besuchen, der nun wahr wurde. Warum sich das auch für euch lohnt? Erfahrt hier mehr!
Herbstliche Lesung am 3. Oktober 2025
Lesende: Bernhard Stäber und Gipfelbasilisk
Moderation: Klaudia Seibel
Gefördert und organisiert von: PAN e. V.

PAN e.V. – Phantastik-Begeisterung und Support
Ich durfte Teil des Herbstlichen Leseabends in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar sein. Die Lesung wurde über den PAN e. V. organisiert – namentlich durch Christina Löw. Ein herzliches Dankeschön für die Orga und die Möglichkeit.
PAN e.V. ist ein Zusammenschluss deutscher Fantastik schreibender Menschen, der das Ziel hat, das Genre und alle seine Spielarten voranzubringen. Dabei ist ihnen die Förderung der Autor*innen sehr wichtig. So gab es in diesem Jahr auf der Leipziger Buchmesse das Branchentreffen Phantastik mit verschiedensten Fachvorträgen. Ich hab’ es leider nur zu einem geschafft.
Es gibt aber auch jährlich das PAN-Stipendium, bei dem Werke im Entstehungsprozess mit einem Preis ausgezeichnet werden (1.500,– €). Ferner bekommen die Autor*innen für ein Jahr eine PAN-Mitgliedschaft und ihnen wird ein/e Mentor*in beiseitegestellt, die sie im Schreibprozess je nach Kapazitäten supportet. Eine tolle Chance!

Ein perfekter Vorlauf
PAN organisiert und fördert aber auch Lesungen wie diese hier in der Phantastischen Bibliothek. Ich habe mich also am vergangenen Freitag sehr nervös nach Wetzlar aufgemacht, und tatsächlich ist meine Aufregung mit jedem Kilometer, dem wir der Stadt näher kamen, weiter gestiegen. Die Fahrt verlief so reibungslos, dass wir schon um 12 Uhr unser Ziel erreicht hatten. So konnten wir, nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, noch die Stadt erkunden und einen sehr schmackhaften Burger genießen.
Um 17 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zur Bibliothek. Ich möchte betonen, wie freundlich und fürsorglich das Team vor Ort ist. Der Ablaufplan, Tipps, wie ich hinkomme, wo ich gut in Wetzlar übernachten kann, ja sogar wo ich Stromtankstellen finde, wurde im Vorfeld sowohl per Mail mitgeteilt als auch in einem Call mit Christina Löw und Klaudia Seibel besprochen. Auch Werbematerial wurde uns zur Verfügung gestellt. Wir Lesenden haben uns einfach rundum wohl und sehr gut vorbereitet gefühlt.

Mir fällt es schwer, Kontakt zu neuen Menschen aufzubauen. Das ist nicht immer zu merken, ich kann das meist gut überspielen. Trotzdem war ich deswegen nochmal doppelt aufgeregt und sehr froh, dass mein Mann, aber auch DrFordPrefect und Asteria Rabenfeder aus meiner Community dabei waren. Von letzterer sind übrigens die meisten Fotos. Die Angst war aber unbegründet, denn wie in der Vorbereitung schon, war das Team super freundlich und ich habe mich absolut willkommen gefühlt.
Auch mein Kollege Bernhard Stäber – Autor der »Herbstlande-Novelle: Wenn Menschen Märchen sind«, ist so ein toller, freundlicher Mensch, mit dem ich mehr gemeinsam habe, als ich bis dahin dachte. Die Auswahl der Lesenden war wirklich sehr gelungen!
Erster Eindruck der Bibliothek
Die Bibliothek selbst „ist von innen viel größer, als es von außen den Anschein hat.“ „Wie es sich für eine Phantastische Bibliothek auch gehört.“ (Erster Teil Zitat Dr. Who – zweiter Teil Zitat Klaudia Seibel.)
Und genauso ist es auch. Ich glaube, ich könnte in der Bibliothek drei Monate verbringen und hätte mich noch nicht durch die Horror-Abteilung durchgeschmökert. Ich bin sehr froh, dass wir von Klaudias Mann eine kleine Führung bekommen haben. So wurde meine erste Neugier instant befriedigt und ich gut von meiner Aufregung abgelenkt. Das Haus ist so schön und die Sammlung so umfangreich. Wenn ihr ein phantastisches Buch sucht, dann geht nach Wetzlar. Wenn ihr es dort nicht findet, wird es, glaub’ ich, schwierig.
Die Lesung

So langsam trudelten die Zuhörer*innen ein, auch Asteria und Ford sah ich im Publikum und war froh über die bekannten Gesichter. Ansonsten habe ich nur noch bruchstückhafte Erinnerungen an die Zeit zwischen Führung und Lesung, weil ich einfach so aufgeregt war. Klaudia moderierte das Event an und gab einen Einblick in die Sonderausstellung der Phantastischen Bibliothek, die sich zurzeit mit dem Thema phantastische Schriften beschäftigt.
Dann war schon ich dran und las aus meinen »Myzelchroniken«. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, nachdem ich jetzt so lange in Band 3 unterwegs war, mal wieder in Band 1 einzusteigen und Teile daraus vorzutragen.


Im Anschluss war Bernhard Stäber an der Reihe und hat uns in seine Novelle mitgenommen. Sein Text hat mich sofort in die Welt der Herbstlande gezogen und seine Art vorzulesen war wirklich angenehm. Gerade wie er den Hund in seiner Geschichte zum Leben erweckt hat, hat mich sehr fasziniert. Die Novelle liegt jetzt gerade auf meinem Nachttisch. Wenn ich diesen Text fertig geschrieben habe, werde ich wohl in ihr versinken.
Nach Bernhards Lesung war Pause und dann hat er seinen zweiten Teil vorgelesen und ich habe noch aus »Weltenraunen« die Geschichte meiner Sporlinge Pizezos vorgetragen. Zum Schluss gab es noch eine Fragerunde, die mir sehr viel Freude bereitet hat, weil ich immer wieder merkte, wie viel Bernhard und ich gemeinsam haben. Nicht nur die Liebe zum Garten, sondern auch die Liebe zu Märchen, Legenden und Sagen, aber auch die zum Horror-Genre. Hier erneut ein Dankeschön für diese grandiose Auswahl der Lesenden.

Dann war die Veranstaltung schon herum und nach einigen Gesprächen mit den Besucher*innen und einem wunderbaren Abendessen mit dem Bibliotheksteam, Bernhard und Freunden von ihm, begab ich mich mit meinem Mann einigermaßen aufgekratzt zurück zum Hotel. Ich hatte schon da seine Novelle in der Tasche und wollte unbedingt abends im Bett noch darin schmökern. Allerdings sind mir ziemlich schnell die Augen zugefallen. Erst da merkte ich, wie erschöpft vom Tag ich doch war.
Die Bibliothek als Begegnungsort

Nach einem angenehmen Frühstück mit extrem gutem Kaffee im Hotel ging es dann erneut zur Phantastischen Bibiliothek. Immer am ersten Samstag im Monat gibt es dort eine öffentliche Führung. Wir wurden in sehr großer Gruppe wieder von Klaudia Seibel durch das Haus geführt, erfuhren seine Geschichte, spannende Details zu Büchern und Veranstaltungen, aber auch zu Aktionen, die in der Bibliothek stattfinden.
So gibt es unter anderem ein Projekt, das Menschen im Bereich Vorlesen ausbildet. Diese Personen werden dann einem Kind zugeordnet. Einmal in der Woche gehen die Vorlesenden dann für eine Stunde in die jeweiligen Familien und sind nur für das Kind da, lesen ihm vor, hören ihm aber auch zu. Das finde ich sehr spannend. Soziale Arbeit, gerade im niedrigschwelligen Bereich, ist so wichtig, insbesondere in Zeiten, in denen eine Regierung massiv im sozialen und kulturellen Sektor spart. Danke für diese wichtige Arbeit, die ihr dort leistet!
Nach dieser spannenden Führung endete unser Ausflug mit einem gemeinsamen Essen mit Asteria und Ford. Ein idealer Abschluss für diese vollgepackten zwei Tage. Und um so viele Eindrücke reicher machten wir uns dann wieder auf den Heimweg.
Fazit
Klaudia Seibel und das Team der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar betreuen ein Haus, das für mich in meiner Jugend ein absoluter Zufluchtsort gewesen wäre. Ich habe die Bücherei in meinem Heimatort ebenfalls regelmäßig besucht. Sie war zwar schon sehr groß und hatte eine gute Auswahl. Aber sie konnte eben nicht die Bandbreite der Phantastik abdecken, die in diesem Haus geboten wird. Ich kann jeder Person, die sich für dieses Genre interessiert, empfehlen, hier vorbeizuschauen!
Ich für meinen Teil konnte aus diesem Besuch so viel Neues ziehen, dass ich schon wieder mit einem Kopf voll neuer Ideen herumrenne. Über das reine Sammeln hinaus bietet die Bibliothek Raum für Tagungen und veröffentlicht in einer Schriftenreihe Fachbeiträge zu verschiedensten phantastischen Themen. Davon habe ich mir vielleicht oder vielleicht auch nicht fünf Bände zu verschiedensten Horrorthemen gekauft. *hust* Auch etwas, was zeitnah von mir gelesen wird. Ich freu mich schon sehr auf »Von Geisterschlössern und Spukhäusern« von Birgit Grein.
Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für dieses phantastische Wochenende und die Chance, in diesem tollen Haus lesen zu dürfen.


Ihr habt die Myzelchroniken Band 1 und Band 2 noch nicht gelesen? Ihr findet sie hier bei mir im Onlineshop: https://shop.gipfelbasilisk.de/


