Gipfelbasilisk
Wald

Im Wald

Von Gipfelbasilisk

Die Kinder standen am Waldrand, um die junge Frau abzuholen. Sie freuten sich, lachten, giggelten und umringten sie. Sie nickte ihnen zu. Sie alle kannten sich, mal mehr und mal weniger, einige waren neu. Die junge Frau ging mit den Kindern im Wald spazieren. Sie rannten wild nach vorne und zurück, wie Wellen die an den Strand branden und sich wieder zurück ziehen. Die Sonne strahlte goldgelb durch die verfärbten Blätter. Sie fühlte sich entspannt und ausgelassen. Die letzten Wochen waren so stressig gewesen. Die Eltern der Kinder waren bestimmt froh, dass sie nun wieder zur Arbeit antreten konnte und ihre Gruppe nicht mehr von einer Vertretungskraft geleitet wurde. Das Lachen war so ausgelassen und fröhlich. Sie wollte keinen anderen Job haben. Die schlechte Bezahlung nervte sie zwar, aber dafür gingen sie ja regelmäßig auf die Straße. Der Duft des Herbstes beflügelte ihre Fantasie. Sie schaute in die Ferne auf den Weg und das rote Laub strahlte wie Rubine in der Sonne. Sie wollte später mit den Kindern ein Picknick im Wald machen und ihnen ein Märchen erzählen. Das hatte sie so lange nicht mehr getan. Ein Mädchen kam lachend auf sie zu und umarmte sie. Es sagte: “Ich bin so froh, dass du endlich bei uns bist.” Dann ging es lachend zurück zu den anderen Kindern. Der Weg führte zu einer Lichtung, auf der noch immer verschiedenste Blumen blühten. Bienen flogen durch die Luft und sammelten Pollen. Es war einfach perfekt. Auf einem Stück, auf dem keine Blumen wuchsen, ließ sie sich dann nieder. Sonnenblumen, Narzissen und Nachtkerzen blühten um sie herum. Die Kinder sammelten Bucheckern und Eicheln und setzten sich dann ganz brav im Kreis auf das Stück Wiese. Alles kam ihr so verträumt, Märchenhaft vor. Die junge Frau begann das Märchen vom Rumpelstilzchen zu erzählen. Die Kinder quietschten vor Freude, als die junge Frau begann, das bekannte Gedicht aufzusagen. Nachdem sie das Märchen zu Ende erzählt hatte, standen sie alle auf und spazierten weiter durch den Wald. Die Sonne begann so langsam herabzusinken. Sie alle gingen Richtung Sonnenuntergang, lösten sich auf und verschwanden für immer in den Abendnebeln.
Die Kinder des Waldes, hatten endlich jemanden, der sich um sie kümmerte.