Queerness und Horror
Auf Instagram gibt es, organisiert von Saskia Dreßler, die Aktion #queergelesen. Gestern hatte Saskia das Thema: Queerness und Horror – Was kann Horror für queere Geschichten leisten? Da es eine Social-Media-Aktion ist, bekommt ihr diesen Beitrag hier im Blog erst heute, verbunden mit ein paar Informationen zu meinen Kurzgeschichtenheften.
Mediale Darstellung von Queerness in Horror

Ich lese überwiegend Horror, das ist nichts Neues. Aber das Thema queere Charaktere in Horror ist eines, das mich schon länger beschäftigt. Ich wurde in den 90ern sozialisiert, sprich in dem Horror, den ich kennengelernt habe, waren queere Charaktere, wenn dann als Opfer und sehr klischeehaft dargestellt worden. Einige Protagonist*innen waren sehr versteckt queercoded. If you know, you know. Doch auch die waren entweder das Opfer oder Villain. Für mich war es dennoch toll, dass es diese Charaktere gab, denn es war überhaupt Repräsentation, wenn auch rückblickend keine gute.
Aber nun zur Frage: Was kann queerer Horror leisten? Ich denke, gerade gut geschriebene queere Held*innen können in dem Kontext zum einen eine Form der Selbstermächtigung sein, zum anderen aber auch als Rollenvorbild dienen. Dieses Wahrnehmen: Es gibt auch starke queere Charaktere, die Hindernisse überwinden – das ist gerade in diesem Genre so wichtig.
Auch in anderen Genres, aber gerade im Horror, denke ich, ist eine positive Repräsentation umso bedeutsamer. Horror geht, wenn er gut gemacht ist, an unsere Urängste. Es ist ein Genre, das uns tief bewegen kann. Hier können wir uns in einem relativ sicheren Raum Ängsten stellen und sie überwinden. Queere Personen haben in ihrer Sozialisation ohnehin mit vielen Problemen zu kämpfen. Von der Selbstakzeptanz bis zur Angst vor den Reaktionen der Gesellschaft. In einem solchen Rahmen positive Rollenvorbilder zu haben, ist also umso relevanter. Weil es queeren Menschen zeigt: »Auch du kannst deine Ängste überwinden!«
Fazit: Ich sage nicht, dass ihr nun alle eure Horrorcharaktere queer schreiben sollt. Aber ihr solltet euch, wenn ihr queere Charaktere schreibt, Gedanken machen, wie ihr sie darstellt, denn eine positive Darstellung kann queeren Menschen helfen.
Queerness meets Horror – made by Gipfelbasilisk
Ich möchte euch jetzt noch zwei Kurzgeschichtenhefte von mir vorstellen, in denen ihr queere Repräsentation findet. In dem Fall homosexuelle Repräsentation.

In »Der Duft der Farben« erlebt ihr die Geschichte eines Künstlers, der nach einem Trauma zurück ins Leben finden muss. Unglücklicherweise hat er Farben gekauft, die nicht nur verführerisch duften, sondern auch unvorhergesehene Effekte haben.
Ich empfinde die Geschichte als dunkelromantisch. Der Horror ist nach meinem Empfinden noch sehr entspannt, also auch etwas für Menschen, die ins Genre mal hineinschnuppern wollen, und sehr deutliche Beschreibungen von Gewalt und Ähnlichem eher meiden.
Content Notes:
Milde Erotik, negative Gedanken, Unfall, Reha, Therapie, Darstellung von unangenehmen Gerüchen, selbstverletzendes Verhalten
In »Die Anderen« folgen wir einem Protagonisten, der sein Leben lang im Schlaf immer den gleichen Traum hat und diesen fortlaufend mit verschiedenen Ausgängen erlebt. Dabei spielt wieder und wieder sein Traumhaus eine Rolle, bis er ebendieses auch im echten Leben findet.
Dieses Kurzgeschichtenheft ist genau wie »Der Duft der Farben« etwas für Menschen, die ins Genre schnuppern wollen, ohne gleich einen ganzen Horrorroman lesen zu müssen. Der Horror ist vergleichsweise milde. Thematisch finden wir in dieser Geschichte Themen wie Coming-of-Age und Eskapismus.
Content Notes:
Spinnenwesen, Träume, Angst, Dunkelheit, Erinnerungen, Mobbing, Queerfeindlichkeit, Beleidigungen, Sterben (im Traum)

Beide Kurzgeschichten findet ihr auf Amazon KDP als E-Book oder als Hefte in meinem Onlineshop.
Ihr wollt mehr Horror? – Schaut im folgenden Beitrag vorbei, da findet ihr eine Rezension zu Alexis Handersons – House of Hunger.


