Text "Marie Meier" über Autorinnern-Portrait in schwarz-weiß, darunter das Cover des Romans "Lunarcoast", vor blauem Hintergrund

Recap: Gipfelbasilisk trifft … Marie Meier

Früher forschte sie im Gaming-Bereich, sie lebte bereits mehrere Jahre in Estland und ist heute Lektorin und Autorin: Marie Meier hat eine wirklich spannende Vita. Wie diese ihr Schreiben beeinflusst hat, durfte ich in unserem gemeinsamen Gespräch am 23. Februar 2026 erfragen und habe ihr dabei natürlich auch einige Hintergrundinfos zu ihrem neuesten Roman »Lunarcoast« entlockt.

Alles zu Marie Meier auf einen Blick

Marie Meier hat Anglistik, Germanistik sowie Medienwissenschaft in Kiel und Tartu (Estland) studiert und forschte zu Videospielen. Sie lebt heute im ländlichen Niedersachsen „zwischen Birken und Brombeeren“. Literarisch bewegt sie sich vor allem in der Phantastik – insbesondere Science Fiction, Urban Fantasy, Horror, Thriller und LGBTQ+-Literatur –, schreibt Kurzgeschichten, Romane und Essays und arbeitet als Lektorin.

Sie ist in diversen Anthologien und Magazinen vertreten, wurde mit einer Kurzgeschichte (»Seelenruh«) für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert und ist Mitglied im Bundesverband junger Autor*innen (BVjA). Als Hybridautorin bekommt ihr Self Publishing-Titel »Seelengrube« bald eine Fortsetzung ihr neuster Roman »Lunarcoast« ist als Verlagstitel im Spielberg Verlag Imprint Isegrim erschienen.

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Hardfacts zu »Lunarcoast – Mord unter dem Hexenmond«

Klappentext:

‘Du wirst immer eine von ihnen bleiben, egal, ob du Magie weben kannst oder nicht, Thalia. Du kannst nicht aufhören, du zu sein.’

Thalia hat bei ihrem Aufstand gegen die Magier alles verloren: ihr Zuhause, ihren Geliebten und sogar ihre Magie. Nur schwer kann sie sich mit dem Leben als Mensch abfinden. Doch dann taucht ihr alter Freund Lev auf und überredet sie, in ihrer ehemaligen Heimat Lunarcoast eine mysteriöse Mordserie an einigen magisch Beschenkten aufzuklären. Während der Ermittlungen muss sie sich nicht nur den Intrigen der magischen Gesellschaft stellen, sondern sieht auch ihren Ex-Geliebten Davi wieder, durch den sie einst ihre Kräfte verlor.

Die Arbeit an »Lunarcoast«: Was zeichnet den Roman aus?

Für mich war das Treffen mit Marie Meier ein sehr besonderes. Ich habe einen Roman erstmalig vor dem Stream mit der Autorin geschafft zu lesen (Rezension zu Lunarcoast) und war deshalb ganz anders in der Materie drin. Zudem hat mich Maries Biographie und wie die wohl mit der Geschichte zusammenhängt sehr neugierig auf das Gespräch gemacht.

Cover des Romans "Lunarcoast – Mord unter dem Hexenmond", mit Farbschnitt
Lunarcoast – Mord unter dem Hexenmond (von Marie Meier)

Marie selbst ist absolute Plotterin. Beim Schreiben entdeckt sie aber hier und da Details ihrer Geschichte, wegen denen sie dann ungefähr nach der Hälfte des Romans nachplotten muss. Bestes Beispiel dafür sind die Figuren in »Lunarcoast«. Erste Charaktere hatte Marie schon sehr früh im Kopf und sie haben sie eine Weile begleitet. So die Geschichte zunächst als Roman über Lev angedacht, der auch immer noch im Text zu entdecken ist, immer noch eine wichtige Rolle spielt, aber nicht mehr so im Fokus steht. Stattdessen hat sie eine Protagonistin (die Hexe Thalia) gewählt, die in ihrem Arbeitsfeld höchst kompetent ist, aber aufgrund der Bannung ihrer Magie neue Wege finden muss, in ihrer alten Welt zu überleben. Sie wird dabei begleitet von einer Gruppe aus „Misfits“ wie Marie sie nennt, die ineinander sowas wie eine Heimat finden. Gerade dieser Aspekt wird von Kapitel zu Kapitel immer intensiver dargestellt und begeistert mich sehr.

Ein zweiter Punkt. über den wir eine sehr lange Zeit gesprochen haben, ist Essen. Ihr wisst, dass ich sehr gerne und sehr leidenschaftlich über Essen schreibe, sowohl in den Myzelchroniken, aber auch im kommenden Projekt Vilandra. Marie gibt diesem Thema in ihrem Roman ebenfalls eine Bühne: Ihre Protagonistin Thalia hat nämlich ein Faible für spezielle Süßspeisen. In mehreren Szenen vernascht sie mehr als eine und sie werden so köstlich beschrieben, dass einem beim Lesen selbst das Wasser im Mund zusammenläuft.

Essen als Faktor hat zudem eine sehr beruhigende Wirkung in ihrem Roman, zumindest auf mich. Viele Situationen wirken dadurch wie ein Gespräch zwischen Freunden am Küchentisch. Die verschiedenen beschriebenen Speisen aus der indischen Küche kennt Marie aus ihrer Studienzeit, während der ein Mensch aus ihrem Umfeld ihr und einigen Kommoliton*innen diese nähergebracht hat. Sie konnte sich leider nicht mehr an den Namen des Lokals erinnern, aber Hamburg soll einige sehr gute indische Restaurants haben, aber auch einen Laden, in welchem die im Buch beschriebenen Süßspeisen angeboten werden. 

Recherche, Background und Rabbit Holes

Marie beschreibt in dem Roman sehr lebendig und authentisch verschiedenste Kulturen. Auf die Frage, ob das in der Recherche komplex war, lächelt sie und erzählt, dass ihr dieser Teil vergleichsweise einfach erschien. Kein Wunder, denn wenn sie ein Thema interessiert, kann sie sich sehr schnell sehr tief einarbeiten und hat dann Fakten wie zum Beispiel die genaue Zusammensetzung einer bestimmten Tattoofarbe parat. Bei einem geplanten Spinoff kommt deshalb auch ein bestimmtes Auto vor, obwohl sie sich eigentlich nicht sonderlich für Autos begeistert. Es ist also auch bei ihr das klassische Rabbit Hole, in das sie sich begibt und mit ganz viel neuen Eindrücken und Wissen wieder auftaucht.

Autorinnenportrait in schwarz/weiß von Marie Meier
Marie Meier – Autorin

Dass sie so vielfältige Gesellschaften schreiben kann, hängt aber auch mit ihrem Studium und ihrer Forschung zusammen, inbesondere mit den damit verbundenen vielen Reisen. Sie berichtet, dass sie eigentlich für ihre Forschung in den Iran wollte. Da das jedoch nicht möglich war, ging sie für fünf Jahre nach Estland. Die Landschaft dort ähnelt in vielen Punkten der Winterwelt, in der sich Thalia einige Male im Roman befindet. Ihre Szenen wirken durch die sehr authentischen Beobachtungen und Gefühlseindrücke sehr lebendig. Sie war aber auch als Backpackerin zum Beispiel in den USA unterwegs und hat einige Begegnungen aus dieser Zeit geschildert, die hier und da ebenfalls die Handlung beeinflusst haben.

Die Stadt Lunarcoast existiert in dieser Form übrigens nicht, wurde aber sehr stark von einer Stadt in Amerika beeinflusst. Die Details dazu müsst ihr aber nachschauen, denn das Interview mit Marie war sehr intensiv und umfangreich. So hat sie zum Beispiel auch über die sprechenden Namen in ihrem Roman berichtet und zwei Stellen vorgelesen. Es wartet also noch einiges auf euch!

Link zum Video: https://youtu.be/v9Ekz1sG68w

Speeddating mit Marie Meier

Wenn du eine Nacht lang wieder Magie hättest, wie Thalia früher – was wäre der allererste Zauber, den du wirken würdest?

Ich würde ein fliegendes Rentier beschwören. Anmerkung: Wer das Ende gelesen hat, kennt es.

Pitche »Lunarcoast« in drei schnellen Schlagworten!

Urban, Magisch, Kriminell.

Warum London und Lunarcoast und nicht Lübeck und zum Beispiel Mitternachtshafen?

Weil die Parallelgesellschaft besser nach Amerika passt.

Lieblingsdessert?

Milchreis mit Mandelsplittern oder Vanilleeis mit Schoko?

Hollows-Reihe: Rachel Maria Morgan oder Ivy Alisha Tamwood?

Ivy, beide, nein eigentlich alle!

Ist Lunarcoast für dich ein einmaliger Schauplatz oder würdest du gern noch einmal in diese Stadt und ihrer magischen Gesellschaft zurückkehren?

Wenn der Verlag gerne ein weiteres Buch möchte – ich liebe die Welt! Es ist schon ein Spinoff geplant und eine Fortsetzung im Rohentwurf vorliegend.

Lieblingsbuch von T. Kingfischer?

Nettle & Bone (Wie man einen Prinzen tötet auf deutsch).


Ich bedanke mich sehr für das tolle Gespräch mit Marie und freue mich schon auf das nächste Interview im April, wenn wir über den zweiten Teil ihrer Selfpublisher-Reihe »Seelengrube« sprechen.

Schaltet also am 06.04.2026 um 18 Uhr gern wieder ein!

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