Gipfelbasilisk

NaNoWriMo Vorbereitung Szenen

Wie im Stream schon erzählt, möchte ich dieses Jahr am NaNoWriMo teilnehmen. Meine Einsendeaufgabe 6 welche ich im letzten Stream vorgelesen hatte, möchte ich ja als Grundlage für den NaNoWriMo nutzen.
Der National Novel Writing Month findet seit 1999 jedes Jahr im November satt. Was als kleines Projekt begann ist inzwischen eine Aktion an der Autoren Welt weit teilnehmen. Man versucht inerhalb der 30 Tage, einen Romanentwurf von mindestens 50.000 Wörtern zu schreiben. Das sind 1.666,666666666667 Wörter pro Tag. Meine längste Geschichte hat bisher 3440 Wörter. Für mich also ein Berg vor dem ich da grade stehe.
In diesem Beitrag werde ich nach und nach die Grüste, Ideen und Impulse eintragen, welche ich für den Romanentwurf, welchen ich im November schreiben werde, habe. Ich nehm mir da nicht zu viel vor, im Gegenteil. Ich sehe es als Chance konzentriert an einer Idee in einem komprimierten Zeitraum zu arbeiten. Alles was ich in dem Monat schaffe ist als Gewinn zu werten. Sollte ich die 50.000 also nicht schaffen ist es für mich kein Verlustgefühl. Auch wenn mich diese Zahl anspornt.

Link zur offiziellen Seite: https://nanowrimo.org/

Hier noch ein kleines Moodboard
https://www.pinterest.de/Gipfelbasilisk/myzelchroniken/

Nachfolgend findet ihr den Impulstext.

Beschreibung der Welt:

Die Sporlinge leben im Pilzdorf, welches hinter einer magischen Barriere „Der Vorhang“ verborgen ist. Dieser Vorhang ist laut den Legenden der Sporlinge schon immer da. Sie leben in den Höhlen des Immerberges, einem riesigen Bergmassiv. Sporlinge besitzen menschliche Intelligenz, gelten aber aufgrund ihrer magischen Eigenschaften und guten Geschmackes, bei anderen Völkern als Delikatesse und Zutat für magische Tränke. Eines Tages fällt der Vorhang und Zomis macht sich auf, zur Aschenburg. Genau genommen zu den Höhlen unter der Aschenburg, in welchen der Urpilz stehen soll. Eine Spore von diesem kann den Vorhang, erneuern. Leider führt der einzige Weg durch Gebiete anderer Völker. Nicht alle stehen den Sporlingen feindlich gegenüber und die Sporlinge insbesondere Legendenhüter der Sporlinge, sind nicht ganz so wehrlos wie sie auf den ersten Blick erscheinen.

Die nachfolgende Szene beginnt im Pilzdorf und endet im Pilzdorf.

Das Entwachsen

„Die Fruchtkörper, welche aus dem Myzel entwachsen, werden mit den Legendensporen befruchtet. Nur mit Legendensporen können unsere kleinen stummen Freunde zu Sporlingen heranwachsen, die sich vom Myzel lösen und ein eigenes Bewusstsein bilden.“, Zomis schaut liebevoll die kleinen Sporlinge an, welche grade dem Myzel entwachsen sind. Ein besonders kleiner Sporling, Charon glaubt Zomis heißt der Kleine, schaut ihn fragend an „Aber wie entstehen Legendensporen?“

„Meine Aufgabe nennt man Legendensammler, und wie der Name es schon sagt, ich sammele Legenden. Unser Dorfpilz, Yoanoh aus dessen Myzel wir alle entwachsen sind, ernährt sich von diesen Legenden. Wenn ihr heute Abend zum Platz vor dem großen Pilz kommt, dann könnt ihr den Legenden lauschen, denn dann werde ich die Legenden unseres Volkes, unserem Pilz vortragen. Wenn der große Pilz genug gegessen hat, versprüht er seine Legendensporen, diese sammeln wir dann auf, und befruchten die Fruchtkörper Yoanohs, die zu Sporlingen entwachsen sollen, mit diesen Sporen. Aber jetzt geht, ich würde gerne mit meinem Tagwerk beginnen.“

Die Kleinen tuschelten miteinander, ziehen dann aber weiter. Zomis reckt sich, er war grade erst aufgestanden und stand vor seiner Lehmhütte. Die Nacht wurde er von Albträumen geplagt und hatte deshalb verschlafen. „Legendensammler Zomis wie kann sich ein Pilz denn von Legenden ernähren?“, Charon der kleine Pilz von vorhin, war natürlich noch nicht gegangen. So ein wissbegieriger kleiner Sporling, es würde Zomis nicht wundern, wenn der kleine heute Abend Zomis als Lehrer wählen würde.

„Der große Pilz isst natürlich nicht die Legende an sich. Jede Legende ist von Magie durchzogen und wenn wir sie erzählen, wird diese Magie freigesetzt.“ Dies schien dem Kleinen als Erklärung zu reichen und fröhlich lachend folgt er den anderen.

Endlich allein, Zomis Blick schweifte zufrieden über das geschäftige Treiben im Dorf. Die vielen kleinen Lehmhütten reihten sich wie eine Perlenkette um den Stamm des Pilzes Yoanoh, teilweise stieg Rauch aus den Schornsteinen. Anscheinend wurde schon das Festmahl für den Abend vorbereitet. Die Pfleger waren heute Morgen anscheinend schon früh wach und hatten den Kleinen beim Entwachsen geholfen. Seitdem sind die Kleinen fröhlich kreischend und brabbelnd durch das Dorf gelaufen. Ein solcher Tag, ist immer ein Festtag. Der letzte Tag des Entwachsens war schon sehr lange her. Normal war das nicht. Er schaute hoch zu Yoanoh, unter dessen riesen Kappe sich das Dorf befand. Im Hintergrund der Pilzkappe konnte er den Vorhang lila schimmern sehen, aber auch schon das erste Orange mischte sich hinein. Den Sporlingen war es im Grunde egal, welche Tageszeit draußen herrschte, ihr Rhythmus wurde vom Schein des Vorhangs bestimmt. Morgens schimmerte er lila, abends schimmerte er orange/rot und danach richteten sich die Sporlinge. Nur selten mussten sie den Vorhang durchschreiten und das Dorf verlassen. Zomis hatte dies in seinem Leben auch nur ein einziges Mal getan. Damals mit seinem Lehrer, aber das war schon lange her.

„Sei nicht so ungeduldig mit ihnen, es ist immerhin ihr erster Tag. Und vor allem schau nicht so ernst, heute ist ein Festtag. Ich freue mich schon so sehr auf die Wahl. Hoffentlich entscheidet sich eins der kleinen für mich.“ Zomis wurde von einer fröhlichen Stimme aus seinen Gedanken gerissen. Er lächelte. Vor ihm stand Kara.

„Du bist heute aber spät aus dem Laub gekommen. War deine Nacht nicht gut?“

„Albträume, wie so häufig in der letzten Zeit.“, antwortete Zomis kurz angebunden, er wollte endlich zum Stamm des großen Pilzes gehen, um den Abend vorzubereiten. Die Festivitäten rund um die Entwachsung zu leiten, ist wie immer seine Aufgabe und er hatte immer noch keine neue Legende für den Abend. Musste die Entwachsung ausgerechnet mit einem Abend der Legenden zusammenfallen? So blieb ihm noch weniger Zeit eine neue Legende zu finden. Sollte er schon wieder die Legende vom Ur-Pilz erzählen? Seit einiger Zeit fand er nur noch selten wirklich neue Legenden im Myzel.

Anscheinend hatte er wieder einen sorgenvollen Gesichtsausdruck gehabt, denn Kara tätschelte ihm die Schulter. „Ach mach dir keine Sorgen, der große Pilz und der Vorhang werden immer über uns wachen, es gibt keinen Grund sich sorgen zu machen. Und jetzt mach dich auf den Weg, du wie wir alle haben heute viel zu tun.“

„Das sagt sich so leicht, du musst ja nicht eine neue Legende im Myzel finden.“

Kara schlug ihm fest auf die Schulter und ging lachend davon. „Wir können ja gerne Tauschen und du bestellst die Felder für mich.“

Zomis hatte den Platz vor dem Stamm Yoanohs für die Wahl vorbereitet, der Vorhang war kaum noch lila. Ihm blieb nicht mehr viel Zeit. Er ging direkt unter den Stamm des Pilzes in die Höhle, welche nur Legendensammler betreten dürfen. Er würde sich eine Stunde ins Myzel legen und hoffen, eine neue Legende zu finden. Das Myzel der Pilze zog sich über die ganze Welt und die Fruchtkörper, die nicht zu Sporlingen heranwuchsen, beobachteten wie stumme Späher was auf der Welt passierte. Ihre Gedanken waren es, welche die Legenden bildeten. Aber in der letzten Zeit fing Zomis nur die Gedanken, der Pilze, auf welche im Immerberg wuchsen. Vom Ur-Pilz hatte er schon lange nichts mehr gehört. Er legte sich in die dünnen weißen Fäden, welche sich über den Boden spannten, und verband sich mit dem Netz aus Eindrücken.

Er sah den Urpilz und dann… Yoanoh und wie der Vorhang fiel. Das Dorf völlig zerstört. „Mach dich auf“, sagte eine alte Stimme zu ihm, „wenn du sie retten willst, musst du neues entdecken.“

Er war kaum 5 Minuten in den Gedanken des Myzels versunken, als er es wieder verließ. Was hatte das zu bedeuten?

Text vorgelesen im Stream vom 02.10.2020
https://www.youtube.com/watch?v=2JR_-Teu1WU