Gipfelbasilisk

Was passiert danach? Weihnachtsedition

Als die Plätzchen der Weihnachtsbäckerei verkohlten, weil der Wecker in die Spüle gefallen war, dachte sich der Vater/die Mutter, schon What the fuck!
Als dann aber noch der Weihnachtsbaum in flammen aufging, obwohl sie dieses Jahr eine LED Lichterkette verwendeten, anstatt echte Kerzen, lagen die Nerven richtig blank.

Wie konnte das alles geschehen?
Und wo bekommt die Familie nun einen neuen Weihnachtsbaum her?

Eigentlich spannende Fragen, die wir beantworten sollten.
Wenn Ihr zu diesem Plot selber etwas schreiben wollt, könnt ihr das gerne und ich würde mich freuen, wenn ihr eure Texte an meine E-Mail Adresse info@gipfelbasilisk.de sendet. Es kann ein Gedicht, eine Szene, ein Dialog oder was auch immer sein. Ihr könnt auch meine Worte komplett ignorieren und eigene verwenden. Hauptsache ihr nutzt den Plot. Ganz wie ihr mögt.

Eure Einsendungen werde ich dann im Stream vorlesen. Falls ihr nicht euren echten Namen im Stream genannt haben wollt, bitte ich euch einen Nicknamen dazu zu schreiben. Falls ich euren Text als Beitrag mit auf die Homepage stellen soll, bitte ich das in der Nachricht an mich zu vermerken.

Bitte beachtet den Text welcher in der Betreffzeile stehen soll.

Betreff: “Weihnachten“

Der Einsendeschluss für diese Aktion ist der 11.12.2020.

Sollte es viele Einsendungen geben, werde ich eine Vorauswahl treffen.

Was passiert danach? Weihnachtsedition:

Texte von chaotisch_aber_liebenswert:

Besinnliche Weihnachtszeit

Wenn das kleine Tännchen brennt
man die Plätzchen im Ofen glatt verpennt.
Das Kind noch auf den Teppich kotzt
der Opa dann im Sessel motzt.

Ja dann ist es schon so weit
Hach besinnlich ist die Weihnachtszeit

Polly und das Weihnachtswunder

Ich zog den Stecker der Lichterkette, holte schnell denn Feuerlöscher aus der Küche und erstickte somit auch den letzten Funken des Brandherdes.

Was soll ich denn jetzt machen??? Mir wäre ja Weihnachten scheiß egal …. wäre da nicht Tilda. Gut, dass sie gerade mit Jan und Timo unterwegs ist, dachte ich, damit ich in Ruhe alles vorbereiten kann. Schöner Witz, eine Katastrophe ist das!

Den Tränen nahe öffnete ich erst einmal die Terrassentür, um den Qualm abziehen zu lassen, kloppte mit dem Besenstiel frustriert den wild piependen Feuermelder von der Decke und zertrat diesen, damit er endlich Ruhe gab, schnappte mir einen Kaffee und meine Kippen und setzte mich nun tränenüberströmt und und am Rande der Verzweiflung auf die Terrasse.

Ich hörte nur noch Opa hinter mir her rufen: „hab ich’s dir doch gesagt, dass die Lichterkette scheiße aussieht“ , „arschloch“ murmelte ich leise in mich hinein.

Ich zündete mir eine Zigarette an, trank einen Schluck Kaffee und starrte durch meinen Tränenschleier in den Garten.

Dort saß ich so eine Weile …. ca 7 kippen später und mit einer halb nassen Hose und triefenden Socken, ja die Tasse mit meinem Kaffee ist mir auch noch aus der Hand gefallen und natürlich zerbrochen. Wie sollte es auch anders sein!, ich machte mich wieder auf den Weg ins Haus, um mir erstmal trockene Sachen anzuziehen. Vorher entsorgte ich noch die „leicht“ angebrannten Plätzchen und öffnete das Küchenfenster.
Ich ging frustriert und wild vor mich hin schimpfend in den ersten Stock. Im Flur stand ein Wäscheständer mit frischer Wäsche, die natürlich auch noch nicht trocken war. Na danke auch.
Ich wollte gerade wütend schnaubend (auf die noch nasse Wäsche) ins Dachgeschoss stampfen, als ich ein kleines Licht in Tildas Zimmer entdeckte. Komisch …. hat sie ihre Schreibtischlampe angelassen?

Ich blickte in die Richtung und bemerkte, dass sie ausgeschaltet war. Das Licht kam woanders her …. und ich vernahm auch ein leises Klingeln … wo bin ich da denn nun wieder draufgetreten. Warum hat Tilda nur mein chaos-gen geerbt!

Ich wollte mich nach dem vermeintlichen Ding bücken um es aufzuheben oder frustriert durchs Zimmer zu werfen, beides wäre möglich gewesen, da entdeckte ich das kleine Leuchten neben der Zimmertür.
Es kam aus der kleinen Miniatur Straßenlaterne neben der Elfentür an der Fußleiste in Tildas Zimmer.
Bei uns bringen die Geschenke und den Adventskalender die „Weihnachtselfen“ müsst ihr wissen. Gläubig sind wir nicht, damit scheidet das Christkind schon mal aus, und den Weihnachtsmann kann ja jeder. Aber die Vorstellung das die Elfen vom Weihnachtsmann die Geschenke bringen und zum 1. Dezember das erste mal die Tür öffnen, um den Adventskalender vorbei zu bringen, fand ich sehr nice (Jan extra für dich, grins) nein fand ich eine sehr schöne und auch fantasieanregende Idee. Zum ersten Mal in diesem Jahr ist auch tatsächlich eine Elfenpuppe namens Polly bei uns eingezogen, die jeden Tag woanders im Haus ist, mal etwas Schabernack betreibt oder eine kleine Überraschung im Gepäck hat, um das Warten auf Weihnachten zu verkürzen.

Aber das kann doch nicht sein … spinne ich jetzt komplett? Habe ich zu viel Qualm eingeatmet? Neben der Laterne saß im Schneidersitz eine kleine Weihnachtselfe, Polly, die ich eigentlich feierlich zum letzten Kalenderpäckchen drapiert hatte.

Sie lächelte mich an und gestikulierte mit ihren Armen, dass ich mich zu ihr hinunter setzen sollte. Hätte ich nicht schon draußen meine Kaffeetasse zerdeppert, wäre mir das spätestens jetzt passiert.

„Naaaaa, schon so richtig in weihnachtsstimmung“, fragte mich Polly gut gelaunt. Soll das ein Witz sein, dachte ich und überlegte, ob diese Elfe wohl den Thermomix überleben würde wenn ….!
„Stop“, schrie die kleine Elfe, „das ist jetzt doch wohl nicht dein Ernst! Ich komme extra, um dir zu helfen, reiße mir mein Popöchen auf um dich mit ins Elfenland zu nehmen, organisiere für dich extra dieses beschissene Visum und du willst mich als Dank in diesen verteufelten Mixer stecken??“
„Das ist doch ein Thermomix … und kein Mixer“, nuschelte ich etwas peinlich berührt vor mich hin.
„Woher weißt du das überhaupt“, fragte ich Polly kleinlaut aber schon weniger genervt.
„Ich bin eine ELFE!“ „E“ „L“ „F“ „E“, buchstabierte sie ganz langsam und sehr deutlich.
„Ich weiß wie man Elfe schreibt“ konterte ich, und mir huschte doch glatt ein kleines Lächeln über mein Gesicht.
„Na siehst du, so langsam können wir uns dann ja doch auf den Weg machen.“
„Auf den Weg machen“
„Ja du Dummerchen“
„Ins Elfenland, ist klar, durch die Tür die ich professionell erst an die Wand geklebt und schlussendlich getackert habe!“, sagte ich ironisch.
Bevor ich mich versah, schleuderte mir das kleine freche Ding glitzernden Staub unter die Nase. Ich nieste eins, zwei, drei, mal und war auf einmal so klein oder groß, kommt drauf an, aus welcher Sicht man es betrachtet, wie eine Elfe!
„Faszinierend“ schoss es mir durch den Kopf und Polly lächelte.
Sie nahm mich an der Hand, öffnete die Tür und wir traten in gleißendes Licht.

Was dann geschah ….. nun ja ….. ich kann mich nur noch an Bruchstücke erinnern … ich glaube, dass das hier den Rahmen sprengen.
Ich, als heimlicher Grinch, fühlte mich etwas überfordert bei als dem Weihnachtswunderlandzauber aus einer Mischung von Disneyland, Nimmerland und der kitschigsten Weihnachtsschlaraffenlanddekoration, die ihr euch als nicht Weihnachtselfe vorstellen könnt.

Woran ich mich aber erinnern kann, ist die wohlige, warme, herzliche, liebevolle einfach verzaubernde Wirkung, die alles auf mich hatte. Wenn ich mich zurückdenke es mir wieder ganz warm ums Herz und eine wohltuende Gelassenheit und Wärme breitete sich in mir aus.

Wir es nun weiter gegangen ist, fragt ihr euch bestimmt?

Zu mir gekommen bin ich, wenn ich es mir recht überlege mit nassen Socken und einer kaputten Kaffeetasse auf der Terrasse als es an der Tür klingelte und ich die Stimmen von Jan, Timo und Tilda hörte, die ausgelassen lachten.
Mit leichter Panik betrat ich das Wohnzimmer.
Dort stand unser Baum, mit funktionierender Lichterkette, es duftete nach Plötzchen, die sich auf dem Tisch türmten, nach Bratäpfel im Backofen, es klang leise Stille Nacht, Heilige Nacht aus dem CD-Player und Opa saß in einem Weihnachtspulli mit dicken Runden Plüschbommeln in seinem Rollstuhl, lächelte mich an und sagt: „das ist schön geworden.“

Polly saß auf einem Ast im Baum neben der Spitze, lächelte und zwinkerte mir zu.

Ob ich an Weihnachtselfen und Weihnachtswunder glaube?

Dieses kann ich seit dem nur mit „Ja“ beantworten. Ob das an Polly oder Opas Lob lag … lasse ich aber unbeantwortet.

Ende

Der Wald „of the hanging men“

Als die Plätzchen der Weihnachtsbäckerei verkohlten, weil der Wecker in die Spüle gefallen war, dachte sich der Vater schon What the fuck!
Als dann aber noch der Weihnachtsbaum in flammen aufging, obwohl sie dieses Jahr eine LED Lichterkette verwendeten, anstatt echte Kerzen, lagen die Nerven richtig blank.

Wie konnte das alles geschehen?
Und wo bekommt die Familie nun einen neuen Weihnachtsbaum her?
Er brachte den Brand unter Kontrolle, informierte die Feuerwehr, setzte sich in sein Auto und führ los.
Dan schloss die Akte und legte sie zu den 11 anderen Fällen, die sich alle ähnlich ereigneten, auf einen Stapel, lehnte sich in seinem Bürostuhl, ein älteres Model, abgewetztes Leder und er knatscht, wenn man die Position verändert, zurück, strich sich über den Nasenrücken und stieß einen tiefen Seufzer aus. 12. …. 12 verschwundene Männer, Familienväter, an einem Wochenende. Und das auch nicht kurz vor Heiligabend. Das schreit nach Überstunden und Nachtschichten. Elisabeth wird mir den Hals umdrehen. Dan strich sich die Haare aus dem Gesicht und ließ seinen Kopf in die Hände sinken. Wieso passiert das gerade mir? Nicht nur, dass ich in dieses öde Kaff ziehen musste. Klar warum wohl. Elisabeth ist die zauberhafteste Ehefrau, die man sich vorstellen kann und die kleine Maggy, ihre Tochter, meine Stieftochter, aber ich liebe sie wie mein eigen, Fleisch und Blut. Meinen tollen Job in der Londoner Police Academy …. was hatte ich für ein tolles Büro, geile Kollegen …. oh ja … Alice war schon eine Granate, vor allem als wir uns heimlich … Stopp, ich schweife ab, einen Traum von einem Apartment, mit dem Blick aufs London Eye …. und nun sitze ich hier …. in einem 8 qm Wohnklo, als Chef der Polizeiwache in

Burley

Hach wusste ich’s doch, ihr habt von diesem Kaff auch noch nichts gehört.
Eigentlich ist es ein hübsches kleines Örtchen im New Forest in Hampshire.
Ruhige Lage, viel Natur, Elisabeth und Maddy lieben den Wald „off the hanging men“. Wir haben schon öfter Spaziergänge gemacht. Aber weiter als bis zum Schild bin ich nie gekommen. Ein Anruf von den Nachbarn, dass sie sich ausgesperrt haben, ein Einbruch in die Tankstelle uns letztes Mal wollte Elisabeth Mutter, meine Schwiegermutter unbedingt, dass ich noch etwas um kurz vor 18:00 Uhr im Baumarkt besorge. Wisst ihr, ich bin es gewohnt bis 22 h einkaufen zu fahren, was und wo ich will …. aber hier! Entweder macht alles um 17:00 Uhr zu. Der einzige Baumarkt weit und breit ist 35 Meilen entfernt. Ich musste ordentlich auf die Tube drücken, um noch rechtzeitig da zu sein, um ihr 30m Seil zu besorgen. Letzte Woche war das erst. Na ja auch egal. Komisch ist sie auf jeden Fall. Was sie damit wollte? Wenn ihr mich fragt, hat die Alte nicht alle Latten am Zaun. Und noch schlimmer, sie hat das Grundstück neben uns. Direkt am Waldrand. Ich fühle mich auch immer beobachtet, wenn wir in die Richtung spazieren gehen oder ich spät vom Job nach Hause komme, weil miss Addison schon wieder ihre Börse beim Friseur oder im Hundesalon liegen gelassen hat, aber fest davon überzeugt ist, dass sie bestohlen wurde.
Also ob das hier irgendjemand tun würde. Wo jeder jeden kennt.

Mein Blick wandert wieder zum Schreibtisch …. 12. … 12 vermisste Personen …. alle männlich …. verheiratet …. zwischen 27-45 Jahren …. Familienväter …. und alle hier aus der Gegend.

Wenn hier jeder jeden kennt, müsste ich sie auch kennen? Nö. Ich bin ja erst vor 4 Tagen hier her gezogen, weil dieser Job spontan frei geworden ist …. mein Vorgänger zählt auch zu den Vermissten.

Ein Piepen reist mich aus meinen Gedanken. Mir war klar, dass Elisabeth nicht begeistert davon ist, dass ich nicht pünktlich zum Abendessen zu Hause bin. Und da ist noch eine Nachricht. Die Nummer kenne ich allerdings nicht. Ein Verweis auf eine Webseite. Och nö! Ich fahre den PC hoch und warte eine gefühlte Ewigkeit bis sich diese Dreckskiste mal hochgefahren hat. Ich war mir sicher, dass ich das letzte Mal so ein Modell in der Academy gesehen habe unter der Rubrik, die Anfänge der Digitalisierung. WLAN sucht man hier auch Vergessens. Hier läuft noch alles wie in den „Guten alten Zeiten.“

Der Link führt mich zu alten Zeitungsberichten zu ungeklärten Mordfällen von vor 200 Jahren. 13 Männer waren damals vermisst. Ja super und jetzt? Wie soll mich diese Information nun weiter bringen? Ich blicke zu meinem Stapel mit den 12 Akten und Rolle nur mit den Augen.

Ich vertiefe mich in die Artikel, aber auch die bringen mich kein Stück weiter. Ein Anruf, anonym. Reifenspuren am Wald und das Auto des letzten Vermissten wurde dort gesichtet.

Ich trinke meinen kalten schwarzen Kaffee aus und setzte mich in meinen Streifenwagen.
Kurz vor dem Wald steht ein alter Ford. Fußspuren führen in den Wald.

Ich parke, steige aus, ziehe meinen Jacke an, es ist kalt geworden, schnappe mir meine Taschenlampe und schlurfe hoch motiviert den Spuren hinterher.

War da das Schwiegermonster am Fenster? Ach egal, ich will Feierabend. Bestimmt hat sich der Typ nur verirrt und hat, wie jeder hier, mal wieder keinen Empfang …

News

Ungeklärte Todesfälle erschüttern Burley, dass hübsches kleines Örtchen im New Forest in Hampshire.

Der Polizeisprecher der Mordkommission spricht von 13 männlichen Leichen, die im
Wald „off the hanging men“ am Ortsausgang von Burley aufgefunden wurden. Alle 13 wurden erhängt und weisen ein blutiges Pentagramm auf der Brust auf. Die Bevölkerung ist erschüttert. Im Büro des Polizeipräsidiums in Burley wurden Ausdrucke von Zeitungsartikel der Mordserie von vor 200 Jahren gefunden. Die Internetseite allerdings wurde entfernt. Da auch der Polizeichef Dan Hamilton unter den Toten ist, kann er zu den Vorfällen nicht mehr befragt werden.
Die Trauerfeier der 13 Familien wird im Familiensitz der Familie der Ehefrau von Dan Hamilton stattfinden.
Angehörige sind herzlich eingeladen, zu kommen, um der Toten zu gedenken.

Für die genaueren Angaben wenden sie sich bitte an Elisabeth und Joanne Widow, wohnhaft in Witchcraft am Ortsausgang am Wald „of the hanging men“.

Ende

Text von Khoradaan:

Was passiert danach? Weihnachtsedition

Als die Plätzchen der Weihnachtsbäckerei verkohlten, weil der Wecker in die Spüle gefallen war, dachte sich der Vater/die Mutter, schon What the fuck!
Als dann aber noch der Weihnachtsbaum in flammen aufging, obwohl sie dieses Jahr eine LED Lichterkette verwendeten, anstatt echte Kerzen, lagen die Nerven richtig blank.

Wie konnte das alles geschehen?
Und wo bekommt die Familie nun einen neuen Weihnachtsbaum her?
„Egal“ dachte sich der Vater.
„Ich bin die Frau im Haus hier und werde einen neuen Baum besorgen.“
Der Vater rannte zu seinem PC in seinem Dienstzimmer.
Vorbei am durchgeschmorten Baum, am Sofa entlang, was nu auch schwarz war, in sein Dienstzimmer. Er drückte schnell den AN Schalter vom PC, Monitor und seinem neuem 56k Modem. Nach 16 min war es soweit; er war im Darknet. (So nannte der Vater das Internet, weil er alles in den Nachtmodus gesetzt hat). Nach nur 2 stunden googeln fand er ein Waldstück, wo der Sage nach, noch Tannen stehen sollten.
Er fuhr seinen Computerpark runter und zog sich warm an. Er hatte eine Mission: Er würde Weihnachten retten. Er ging zu seiner Frau, die grad den Wecker in den Wäschetrockner tat, nahm sie in den Arm und küsste sie leidenschaftlich.
„Weib; ich gehe hinfort und besorge uns einen Baum. Es wird gefaehrlich und es ist ein harter Weg, aber ich werde ihn gehen. Für die Allianz und meine Familie“. Er drehte sich herum und ging todesmutig nach draußen, der Gefahr trotzend, eine Grippe zu kriegen.
„Und wenn du schon rausgehst, bring Persil mit“, hörte er noch von seiner Frau.
Er ging zur Garage, öffnete sie und stieg in seinen silbernen SUV ein. Er programmierte die Route, soweit es geht, in sein Navi und fuhr los. Die Garage zumachen ging leider nicht mehr; erst im Sommer. Das Problem wollte er eigentlich letztes Jahr gelöst haben, nachdem Bären in seiner Garage Winterschlaf gehalten hatten. Nach 30 min Fahrzeit war er so nahe an der Stelle, wie es ging. Den Rest musste er laufen. Was er nicht alles für seine Familie tat. Er stieg aus, nahm die Axt mit aus dem Kofferraum und lief mit dem Handy als Navi los. Es war leicht kalt aber dafür windstill.
Nach 20 min laufen kam er an eine kleine Lichtung, wo tatsächlich noch ein duzend Tannen standen. Fast 2m groß. Er freute sich; er würde ja als Held der Familie gefeiert. Nachdem er das Handy in die Jackentasche gelegt hatte, vergewisserte er sich, dass er auch wirklich.
Alleine war. „Ist hier einer?“ Schrie er. „Nene, hier ist keiner“ hallte es aus dem Unterholz.
Zufrieden über die Antwort fing er an, einen der Bäume zu fällen.
Ereignislose 30 min später hatte er es geschafft. Ein Baum für die Familie. Er schnappte sich den Baum und zog ihn damit zu seinem Auto. Er war leicht überrascht, wie viel so ein Baum wiegen kann und so gestaltete sich der Heimweg etwas mühsam. Den Baum ins Auto verfrachtet fuhr er nach Hause. Während er so fuhr, klingelte sein Telefon mit unbekannter Nummer. „Dünsch hier. Wer ist da“. „E.T. Nach Hause telefonieren“ hörte er am Telefon. „Sorry ich arbeite nicht in der IT.“ Und legte auf.

Nach einer gefühlten Ewigkeit war er zuhause angekommen und parkte vor der Garage. In die Garage ging nicht, da sich wieder die Bären von letztem Jahr eingenistet hatten.
Er stieg aus, nahm den Baum aus dem Auto und ging damit Richtung Haustür. Er schloss auf, ging mit dem Baum rein und rief „Schatz, ich bin daheim“. Die Kinder kamen runter und umarmten den Vater. Ein Gefühl des Glücks überkam ihm. „Wo ist eure Mutter?“. „Oben im Schlafzimmer“. Dann gingen die Kinder zum Tv und schauten was Weihnachtsprogramm. Er ging die Treppe hoch, Richtung Schlafzimmer. Je näher er kam, je mehr vernahm er Laute von 2 Personen. Er ging schneller zum Schlafzimmer, riss die Türe auf und rief „was ist hier los“. Er sah seine Frau, mit einem grünen Mann im Bett liegen. „Schatz, es ist nicht wonach es aussieht.“ „Puhh“, dachte er. „Gott sei Dank“. „Das ist Mr Grinch, er wollte nur dem Bett sehen, weil es immer so ruckelt. Ist aber alles ok.“
„Das ist aber net von Ihnen. Wissen Sie was? Bleiben Sie doch und essen Sie mit Uns“.
Und so wurde es ein gemütlicher Abend. Mit dem Vater, seiner Frau, dem Grinch und seinen beiden grünlichen Söhnen.

FIN

Text von Gipfelbasilisk:

Die Weihnachtsglöckchen

Als die Plätzchen der Weihnachtsbäckerei verkohlten, weil der Wecker in die Spüle gefallen war, dachte sich Conny, schon What the fuck!
Als dann aber noch der Weihnachtsbaum in flammen aufging, obwohl sie dieses Jahr eine LED Lichterkette verwendeten, anstatt echte Kerzen, lagen die Nerven richtig blank.

Das Löschfahrzeug fuhr gerade ab. Da sah Conny, wie etwas kleines graues aus dem geschwärzten Raum weghuschte.
Sie schüttelte den Kopf. Sie sah schon Gespenster oder?
Ihr Mann kam grade wieder, er hatte die Kinder für diese Nacht bei ihrer Mutter untergebracht. Zum Glück waren die Kleinen in der Schule, als es passierte.
Der Brand war nicht weiter schlimm, das Feuer konnte sehr schnell gelöscht werden. Es war nur das Wohnzimmer betroffen und da sich dieses in einem Anbau befand und nicht im eigentlichen Haus, würde man den Schaden gut beheben können. Mit viel Glück bräuchte der Anbau nicht einmal ein neues Dach.
Sie verschloss die Tür zum Wohnzimmer.
Connys Mann reichte ihr eine dampfende Tasse Tee.
„Ziehmlich viel für einen Tag oder?“
Conny atmete tief durch, sie wollte nur noch ins Bett.
„Oh ja, aber ist nicht im Moment alles zu viel?“
Als Kind hatte sie sich immer auf Weihnachten gefreut. Inzwischen war es ein Krampf für sie. Auf ihrer Arbeit war während dieser Zeit immer besonders viel los. Zu Hause musste dann das Haus geputzt, dekoriert, ein Baum gekauft und dekoriert werden, Plätzchen gebacken und Geschenke gekauft und das Essen geplant und gekocht und vor allem für das Essen eingekauft werden.

Und die Weihnachtsglöckchen für den Adventswichtel, hatte sie auch noch nicht raus gehangen. Die Weihnachtsglöckchen? All die Jahre wurde das Fest zu organisieren immer anstrengender. Sie verließ immer mehr, ihre Routine, immer zerfiel ihr Ritual, das ihr doch so wichtig war. Sie erinnerte sich so gerne an das Weihnachten ihrer Kindheit. Das Fest war jedes Jahr für sie der krönende Abschluss einer anstrengenden, aber schönen Zeit. Und eigentlich begann sie immer damit, dass sie die Weihnachtsglöckchen für den Adventswichtel raus hing. Laut ihrer Mutter müsse man das tun, um den Adventswichtel in sein Haus einzuladen. Hat man ihn einmal eingeladen, müsse man die Glöckchen immer wieder aufhängen, weil er sonst wütend wird und Schabernack treibt.

„Ich geh schon einmal ins Bett, heute können wir eh nichts mehr tun. Kommst du gleich nach?“, fragte ihr Mann.
„Nur einen Moment noch“ , sagte Conny, ging zu der Weihnachtskiste, die wie ein Mahnmal im Flur stand. „Ich will nur die Weihnachtsglöckchen aufhängen:“

„Das ist eine gute Idee. Die Hilfe des Adventswichtels haben wir dieses Jahr bitternötig“ ,sagte ihr Mann. Sie hingen gemeinsam die Glöckchen auf und gingen anschließend ins Bett.

Die Weihnachtszeit verlief anders als in den letzten Jahren. Doch seit sie die Glöckchen Aufhingen, passierte kein Unglück mehr. Zu heilig Abend konnten sie schon wieder ihr Wohnzimmer nutzen. Wie durch ein Wunder hatte der Handwerker einen Auftragsausfall und deshalb Zeit für sie.
Für einen neuen Baum reichte das Geld dann zwar nicht mehr, aber die Palme ihrer Mutter war ein würdiger Ersatz.