Die Bedeutung der Farbe
Von ©Gipfelbasilisk zur Wpd? Aufgabe Juni 2025
Die Texte wurden nicht lektoriert und korrigiert und geben den Einsendungszustand wieder.
Content Notes: Religion, Hexenverfolgung, Rache, Gewalt, Brand, Misogynie, veraltete Rollenbilder, Mord
»Sie ist eine Hexe!«, schrie der vom Wahn getriebene Mob und jagte mich mit Fackeln in den Wald. Flackerndes Licht, das durch Bäume brach. Meine Schwester hatten die Verblendeten schon geholt, getrieben von irrationaler Angst, angestachelt von einem Prediger, in dessen Dienste ich nicht einzutreten bereit war. Wäre ich doch nur, was sie von mir hielten, dann wäre ich mächtig, könnte mich wehren. Es war mir schon immer zu viel gewesen, diese ganzen Erwartungen. Ich sollte sittsam sein, ruhig, ehrerbietig die Obrigkeit anbeten und dankbar sein für jeden Brotkruemel, den sie mir gnädigerweise zuwarf. Möglichst reich heiraten, die Chance dazu hatte ich, ich war schön, zumindest in ihren Augen, mein einziger Makel war die feine Brücke, Sommersprossen und das Kräuseln meiner Nasenflügel, wenn ich genervt war. Und das war ich meistens. Der Weg über den Marktplatz, wenn ich am Brunnen Wasser holen musste, fühlte sich für mich schon immer an, als würde ich mit nackten Füßen über scharfkantiges Lavagestein laufen. Wenigstens das musste ich nun nicht mehr. Die Sommerhitze hatte sich verzogen und die Nacht war eingebrochen, als sie an meine Türe pochten. Meine Eltern waren inzwischen tot, nicht mal drei Tage waren vergangen, seit sie meine Schwester geholt hatten, ich hätte gleich fliehen sollen. Erneutes Flackern zwischen den Bäumen, sie kamen näher. »Wo ist die Hexe, habt ihr sie gesehen?«, eine männliche Stimme. Tief, kratzig: Der Schmied, der mir einst mildtätig, wie er war, die Sense schärfte, weil ich es von meinem Vater nie gelernt hatte. »Sie muss mit ihrem Besen von dannen geflogen sein!«, eine junge Stimme. Bertram, der Sohn des Fleischers, der mir im letzten Winter über die Runden half. Bitter schluckte ich, es war klar, dass diese beiden voranliefen. Alle wussten, dass sie mir einst halfen. Sie mussten ihre Kehlen aus den Schlingen ziehen, damit sie nicht die nächsten waren, die vom Mob gelyncht wurden. Hektisch eilten meine Blicke über die Baumreihen, ich suchte einen Ausweg, sie durften mich auf keinen Fall in die Hände bekommen. Ich bewegte mich leise voran, immer darauf bedacht, die Schatten der Bäume nicht zu verlassen. »Da ist die Hexe.«, die Stimme ein lang gezogenes Scharren. Erschrocken schreckte ich zurück. Der Prediger stand vor mir. »Noch ist es nicht zu spät. Bekenne deine Sünden und kehre ein ins Himmelreich, Gott ist gnädig.« Fackelschein leckte über meine Füße. Ich hechtete rechts an ihm vorbei, eine Hand ergriff meine Schulter, zog mich eisern zurück. Ich hechtete in seine Richtung und stieß einen erschrockenen Aufschrei aus. Er fiel. Sein Kopf prallte auf einen Felsen. Rot, das pulsierend aus einer grausamen Wunde floss. Schreie, welche die Nacht durchbrachen. Ich rannte. Äste rissen meine Haut, blind immer voran, fort, nur fort. Bald schon verstummten die Rufe endlich. Sie mussten sich um ihren Prediger kümmern, sein Unglück war mein Glück, was nun? Vor mir mondbeschienen eine Erhebung, ich eilte darauf zu. So tief im Wald war ich bislang noch nie gewesen. Mein Leib schmerzte, meine Beine fühlten sich bleiern an, dennoch eilte ich den kleinen Hügel hinauf. Dem Licht entgegen. Ich hoffte so sehr, dass ich hinter dieser Anhöhe ein sicheres Ziel finden würde, wo ich unbehelligt ruhen konnte. Die Hügelkuppe zu erreichen, war harte Arbeit, doch es lohnte sich. Kaum dass ich über sie hinausschauen konnte, erblickte ich einen See, in welchem sich der Mond spiegelte. Direkt daneben eine Höhle. Ich würde bemerken, wenn sich ihr jemand nähern würde. Endlich ein wenig Ruhe. Ich eilte voran und bald schon bettete ich mein Haupt auf einen Haufen zusammengeklaubten Laubs. Mein Körper schrie nach Ruhe. Doch schlief ich nur unruhig. Ein Krachen riss mich endgültig aus dem Schlaf. Der Boden bebte und ein fahles Leuchten in einer Farbe, die ich nicht einzuordnen vermochte, drang von draußen in die Höhle hinein. Vorsichtig tastete ich mich voran, erst die Flucht und jetzt das. Was sollte nur aus mir werden? Die Nacht war erhellt von dem Glimmen in dieser seltsamen Farbe, der Duft von Kräutern erfüllte die Luft. Auf dem Weg zwischen Wasser und Höhle hatte sich etwas in den Boden gefressen. Ein Loch, aus dem das Leuchten und Dampf drangen. »Komm zu mir!«, flüsterte eine Stimme in meinem Geist. »Ich bin, wonach du suchst.« Meine Beine verharrten an Ort und Stelle, ich wollte nicht weitergehen. Meine Hände krallten sich förmlich in den kantigen Felsen. »Vertraue mir«, lockte die Stimme. Was war das für eine Hexerei? Das hier sollten sich die Dörfler einmal anschauen und jagen nicht mich. »Die … die sind doch nur ein Nichts. Eine Fußnote der Geschichte, du jedoch …« Woher wusste es? Was war das? Meine Neugier brach sich Bahn und mein Griff lockerte sich. Wie hypnotisiert setzten sich auch meine geschundenen Füße in Bewegung. »Gut so, komm näher.« Das Glimmen wurde immer heller, je näher ich dem … »Krater, ist das Wort, das du suchst.« ... Krater kam. Der Dampf wurde weniger. Wasser, das sich in dem Rund gesammelt hatte, zischte und verdampfte. Eine gleißend helle Kugel in dieser nicht zu benennenden Farbe lag nun frei und verbreitete diesen krautigen Geruch. »Nimm mich auf. Tauche deine Hände tief in mich ein.« Ich kniete nieder. Meine Finger in den Krater hinabstreckend, bald schon das gleißende Rund durchdringend. Die Membran, die über der Kugel lag, löste sich auf und das Leuchten floss auseinander. Es fühlte sich wie wohlig warmes Wasser auf meiner Haut an. Nicht unangenehm, eher stärkend. »Gut so … ein wenig tiefer.«, gurrte es. Meine Finger tauchten bis zum zweiten Glied in die Flüssigkeit ein. Woher kannte ich solche Worte? Erschrocken ob meiner Gedanken zog ich sie zurück. Die Farbe hatte sich auf meiner Haut verteilt und klebte an ihr. Ich rannte zum Wasser, wollte sie abwaschen. Panik bahnte sich ihren Weg durch meinen Körper. »Keine Angst.« Ich wusch und wusch, doch sie verblieb auf meiner Haut. Um mich herum kehrte die Tiefe der Nacht zurück und das Leuchten verglimmte. »Kehre zurück, ruhe. Morgen werden wir beginnen.« Eine nie gekannte Müdigkeit bemächtigte sich meiner und ich kehrte zurück. Bald schon versank ich in tiefen Träumen. Ich sah mich, wie ich mit wabernden Schatten sprach. Sie halfen mir für einen Preis. Beobachtete, wie ich mit mir unbekannten Werkzeugen arbeitete. Kräuter mit Steinen verrieb, sie in Tiegel abfüllte und für bare Münze verkaufte. Dann, wie die Menschen … nein, nicht irgendwelche Menschen, die Dörfler meiner Heimat, diese Farbe nutzten. Erst wenige, dann immer mehr. Das Dorf erstrahlte bald in neuem Glanz, sie erkannten mich nicht. Der Duft der Farben erfüllte das ganze Dorf. Ich erwachte. Verwirrt von den Geschehnissen der Nacht. War das ganze nur ein Traum? Mein Blick eilte an mir hinab auf meine Hände. Da war sie noch, die Farbe. Ich hatte nicht geträumt. Mein Magen knurrte. »Guten Morgen. Ich spüre, du bist wach, gut so. Hast du gesehen, was deine Aufgabe ist?« Diese Stimme, sie war näher als in der Nacht, pulsierte in mir. Stärkte mich. Bald schon war der Hunger vergessen. Stumm nickte ich. Sah meine Aufgabe sternenklar vor mir. Ich musste Farben anfertigen. Duftende Farben. Aber wie sollte ich ins Dorf zurückkehren, sie würden mich Lynchen? »Mach dir darüber keine Sorgen«, sprach es in mir. »Schau in den See und du wirst verstehen.« Ich eilte ans Nass, sah hinein. Konnte nicht fassen, was ich sah. Mein Gesicht war viel älter als noch am Abend zuvor. Mein Aussehen hatte sich verändert, die Sommersprossen, die kleinen Fältchen vom Kräuseln der Nase waren vergangen. Das Haar nicht mehr blond wie zuvor, sondern aschweiß. »In der letzten Nacht hast du dir gewünscht mehr zu werden, als du warst. Ich habe dir deinen Wunsch erfüllt. Der Preis dafür waren einige Jahre deines Lebens, doch keine Sorge, du wirst noch viele vor dir haben, wenn du meinem Rat folgst.« »Was bist du?«, fragte ich wortlos in mich hinein. »Was du benötigst, um deine Ziele zu erreichen. Ich habe keinen Namen und die Wesen eurer Welt haben keinen Namen für das, was ich bin, und nun, es wird Zeit, folge dem dir aufgezeigten Weg und es wird dir gut ergehen.“ Ich beschritt den Pfad, den mir die Farbe aufzeigte. Der Weg zurück zum Dorf war steinig. Zog sich viel länger als gedacht. Hatte ich wirklich so einen weiten Pfad zurückgelegt? Die Reise dauerte einen Tag und eine Nacht. Ich fürchtete mich nicht vor dem Dunkel und mein Körper ermüdete nicht. Im Gegenteil, um mich sammelten sich wabernde Schatten, boten mir ihre Dienste an, nannten mir ihren Preis, und ich war nur allzu bereit, ihn zu zahlen. Sie brachten mir die Werkzeuge, die ich im Traume sah, und lehrten mich, wie ich die duftenden Farben anzufertigen hatte. Dann betrat ich das Dorf. Der Schmied war der erste, der mich grüßte. »Mütterchen, wohin des Wegs?«, fragte er mit Argwohn in seiner Stimme. Ich schlug die Kapuze meines Mantels zurück. Und er atmete tief ein. Ich war zwar älter geworden, jedoch war ich nicht alt. »Ich bin eine reisende Händlerin. Die Jahre auf der Straße haben mich jedoch ermüdet, ich suche einen Ort, an dem die Menschen meine Künste zu schätzen wissen.« Die Farbe hatte mir die Worte eingeflüstert. Der Schmied sah auf meine Hände. »Wenn ich dich so sehe, fertigst du Farben an? Ich glaube nicht, dass wir hier in unserem Dorf deine Dienste gebrauchen können, aber gehe in die Dorfmitte, das größte Haus am Platz gehört dem Priester, er verwaltet die Häuser, vielleicht hat er eine Unterkunft für dich.« Also hatte er überlebt. Bitter schluckte ich, als ich ihm gegenübertrat, sein Kopf mit einem Verband bedeckt. Unwirsch begrüßte er mich. Besah mich abschätzig, doch erkannte mich nicht. »Für Farben haben wir hier keine Verwendung, wir sind eine einfache Gemeinschaft. Warum reist du nicht in die Hauptstadt?« »Der Trubel dort ist mir zu viel. Außerdem bin ich eine ehrbare Händlerin. Ich hasse die Untiefen der menschlichen Seele, die dort hausen. Ich suche ein friedliches, gottesfürchtiges Leben.« In mir zog sich alles zusammen, als ich die Worte sprach, aber die Farbe schenkte mir die Stärke, sie auszusprechen. »Ein gottesfürchtiges Leben, so so«, sprach der Prediger. »Na dann, die Hütte am südlichen Ende, nahe des Waldes steht leer. Es ist spärlich, aber es wird für dich reichen. Nur eins rate ich dir. Beweise deine Gottesfürchtigkeit, lasse keinen Gottesdienst aus und suche dir einen Mann, eine alleinlebende Frau ist nicht sicher.« Ich nickte, bedankte mich und gab mich ehrerbietig und dankbar. Er gab mir mein altes Haus, wenn er nur wüsste. Ich begann mit der Arbeit. Das erste Opfer zur Herstellung der Farben war bald schon gewählt. Ich wartete nachts am Pfad. Die Farbe wies mir den Weg und ein einsamer Wanderer fiel meinem Dolch zum Opfer. Sein Blut war die Grundzutat für die Farben und sein Körper der Lohn für die Schatten, die mich unter der Anleitung der Farbe mein neues Handwerk lehrten. Die erste Person, die an meine Tür klopfte, angelockt vom Duft der Farben, war der junge Fleischerssohn Bertram. Er kaufte mir Farben ab, wollte sie nutzen, um den Stall der jungen Karla zu streichen. Ich wusste schon länger, dass er um sie warb. So ging es fortan weiter. Das Blut meines ersten Opfers reichte lang, und so mancher Dorfbewohner kaufte bei mir Farben. Jedoch veränderte sich nichts. Sie lebten ihr Leben, ich meines. Mein zweites Opfer war der Sohn des Zimmerers. Er war es, der meine Schwester in ihr Unglück stürzte. Die Schatten, die ich immer sicherer befehligte, fädelten es ein, dass es so aussah, als ob ein wildes Tier ihn gerissen hätte. Und so ging meine Farbproduktion fort, und wie im Traum durchzog bald schon das ganze Dorf der Duft der Farben. Selbst der Prediger hatte seine Kirche neu weißen lassen. Er pries sogar in einer seiner endlosen Zusammenkünfte den Tag, an dem ich ins Dorf trat. Noch in der Nacht sollte ich einen Teil der Bedeutung der Farben erkennen. »Es ist so weit!«, sprach die Farbe. »Heute werde ich dich anleiten und du wirst bekommen, was dein Herz ersehnt, auch wenn du es bisher nicht ausgesprochen hast.« »Wird es alle treffen?« »Auf die ein oder andere Weise. Sie bekommen, was sie sich ersehnt haben.« Ich trat in die Nacht, ließ meinen Geist von dem Duft der Farben benebeln, folgte dem klingenden Singen des Weiß der Kirche. Es sang eine ruhige Melodie und ich bewegte mich im stillen Tanz, direkt ins Gotteshaus hinein. »Was soll das hier, was machst du hier?«, sprach der Prediger. Ein bitteres Lächeln umspielte meine Lippen. Die Haut um meine Nase kräuselte sich und ich spürte, wie sich der feine Bogen Sommersprossen offenbarte. »Du?« Erkennen, dann erschrecken. Er schrie: »Die Hexe. Kommt herbei, die Hexe hat sich offenbart.« Die Farbe, stieß aus meinen Fingerspitzen, verbreitete sich über das Gotteshaus, verband sich mit ihrem Weiß und drang hinab in den Prediger. Sein Blick verklärte sich. Ich sah, wie sie Besitz von ihm ergriff. Ich eilte vor, ergriff seine Kehle, getrieben von der Macht der Farbe. »Was ist dein sehnlichster Wunsch, kleiner Pope?« Wie in Trance sprach er: »Ich möchte nach meinem Tod ins Haus Gottes einkehren!« »Wenn es weiter nichts ist, dann brenne, bekenne deine Sünden und brenne, wie du meine Schwestern hast brennen lassen.« Ich löste meinen Griff. Das Weiß seiner Kirche hatte sich über seine Augen gelegt. Er entfernte sich von mir, trat auf den kleinen Altar zu, entzündete eine Kerze, kniete nieder zum Gebet und entzündete sich selbst. Schreie drangen nun auch von draußen in die Kirche hinein. Ich verließ das Gotteshaus, schritt langsam durch das Dorf, die Farbe hatte sich überall verbreitet, hatte allen ihre Wünsche erfüllt und sie verkehrt, strafte für das, was sie meiner Familie und mir antaten. Die Flammen des Dorfes waren noch bis zur Hauptstadt zu sehen, auf die ich zuschritt. Später erfuhr ich, dass es bis auf die Grundmauern niedergebrannt war. Sie fanden keine Überlebenden, aber nicht von allen fanden sie Leichen. »Ist die Farbe nur strafend?«, fragte ich eines Nachts die Farbe. Ich lag ruhend auf dem Bett in meiner neuen Werkstatt in der Hauptstadt. Ein Haus, das sich zu einer Seite an ein anderes lehnte. »Nein. Doch es kommt auf den Wunsch und den Menschen an. Sie können wunderschön sein, aber ist ihr Herz aus Eis, wird der Wunsch sie strafen.« So verbrachte ich Jahr um Tag und lebte mein Leben. Wie versprochen dauerte es lang. Sie hatte meinen Wunsch erfüllt. Doch war er zweischneidig. Mein Leben dauerte viel zu lang und ich erlebte so manches Leid, das ich lieber nicht erlebt hätte. … Sie schlug das Tagebuch ihrer Urgroßmutter zu. So lange hatte sie danach gesucht. So lange hatte sie gebraucht, um die Bedeutung der Farbe zu entschlüsseln, doch nun lag das Geheimnis vor ihr. Sie wäre bereit, den Duft der Farben wieder aufleben zu lassen, nur würde sie anders Rache nehmen als ihre Urgroßmutter, sie würde das Wissen nur einsetzen, um Menschen zu strafen, die anderen Leid zufügten. Diese sollten ihre Grundzutat werden und sie wusste schon, wie sie es anstellen würde.
Tipp: Willst du noch eine weitere Kurzgeschichte aus dieser Reihe lesen? Dann schau dir “Der Duft der Farben” an!
Links zu den Videos:
Twitch: https://www.twitch.tv/videos/2529010039
YouTube: https://youtu.be/iUBIdf3htDs
Alles zur Was passiert danach? Anthologie
Teamvorstellung: Kommafalter, Nadine Föhse, Carolin Summer, J. Gipfelbasilisk
Autor*innen: Andreas Röger, Asteria Rabenfeder, beschaulich, Christina Brühl, Inge SaintLaurent, Katharina Jörn, Palandurwen, Stef Helmel


