Bild der Autorin, Coverbild, auf blauem Hintergrund.

Recap: Gipfelbasilisk trifft … Sophie Grossalber

Einleitung

Gleichzeitig Autorin und Übersetzerin zu sein, ist manchmal eine große Herausforderung. Der Eindruck kam mir zumindest beim Gespräch mit Sophie Grossalber. Doch du kannst aus diesen zwei Welten auch ganz neue Perspektiven für dein eigenes kreatives Schaffen gewinnen. Welche das sind und wie parallel die Arbeit an ihrem neuen Roman »Phönixherz«  ablief, erfährst du hier.

Kurzprofil der Autorin Sophie Grossalber

Bild der Autorin mit Kalciver Kuscheltier

Spohie Grossalber ist Autorin und Übersetzerin, der neue Roman »Phoenixherz« (Genre: sapphic Romantasy) erscheint bei Alea Libris. Sophie hat bisher mehrere Kurzgeschichten und zwei Novellen veöffentlicht. Alles zu ihr und ihren Titeln findet ihr hier: https://sophiegrossalber.com/de/books/ 

Signieraktion bis 20.04.26 für ihren neuen Roman bei Graff: https://signieraktion.graff.de/shop/item/9783988270832/phonixherz-von-sophie-grossalber 

Phönixherz und die Autorin

Sophie hat für sich die Beschreibzung „fantastische Reiseleiterin in andere Welten“ gewählt, da sie in Englisch und Deutsch schreibt. Gleichzeitig übersetzt sie aber auch Texte aus anderen Sprachen ins Deutsche und macht so fremde Perspektiven uns in Deutschland zugängig. Sie hat ihre Geschichten verschiedenen Verlagen angeboten, aber auch Selfpublishing für sich nie ausgeschlossen. Ihr neuer Roman »Phönixherz« ist so am Ende bei Alea Libris gelandet und wird dort am 20.04.2026 als Print veröffentlicht. Als E-Book ist das Buch schon erhältlich.

Sophie hat ein sehr schwieriges Jahr hinter sich. Die Arbeit am Lektorat zusammen mit der Masterarbeit und dem Brotjob war zeitlich schwer in Einklang zu bringen. Doch sie wollte nichts davon aufgeben, da sie gerade ihren fantastischen Roman als eine Art Ausgleich zum realen Leben und dessen Ansprüche empfand und auch gebraucht hat.

Klappentext Phoenixherz

Everly dachte, sie könnte ihre Probleme hinter sich lassen, indem sie für ein Austauschsemester nach Toronto zieht. Aber seit ihrer Ankunft sind ihre Träume und Flashbacks wirrer als zuvor. Auf einer Party trifft sie auf die Fotografiestudentin Renée, zu der sie sich wie magisch angezogen fühlt – und deren Augen denen der Frauen aus Everlys Träumen zum Verwechseln ähnlich sehen. Als Everly eines Tages einen mysteriösen Brief bekommt, in dem der Absender sie bittet, einen hundert Jahre alten Mord aufzuklären, beschließt sie, nach Antworten zu suchen. Während sie versucht, sich nicht von ihren Gefühlen für Renée ablenken zu lassen, verstrickt sie sich immer weiter in einem Netz aus Mythologie, Intrigen und dem wahren Grund für ihre Probleme.

Von der Muse im Garten geküsst

Sophie war einige Zeit zum Studieren in Toronto. Während eines Ausflugs besuchte sie Casa Loma, ein neugotisches Herrenhaus, das 1914 errichtet wurde. Das Gebäude war zum Beispiel bereits Drehort für den Film »Crimson Peak«. Im Garten hatte Sophie das Bild von zwei Frauen, die sich küssen im Kopf. Das war der Ausgangspunkt für den Roman.

Das Projekt hat jedoch einige Zeit in Anspruch genommen. Erst während Corona hat sie es fertig geschrieben und dann Verlagen angeboten – erfolgreich. Ab dem Unterzeichnen des Vertrags zogen bis zur Veröffentlichung weitere drei Jahre ins Land. Gute Bücher brauchen halt Zeit.

Auf der Leipziger Buchmesse konnte sie dann endlich ihre Belegexemplare in den Händen halten und wurde auch von mehreren Menschen auf das Buch angesprochen. Es macht sie sehr stolz, dass der Roman jetzt bald sein physisches Release feiert und von den Leser*innen Interesse besteht. Gerade queere Personen haben es auf dem deutschen Buchmarkt leider nicht ganz so leicht, sodass das alles zeigt, dass sich die Arbeit am Ende gelohnt hat.

Queere Inhalte in »Phönixherz«

Aufgrund der eigenen Queerness war es Sophie wichtig, dass diese Aspekte nicht das Problem der Geschichte sind. Der Roman ist gelabelt als Sapphic und Casual Queer. Für das Umfeld und die Familie der Protagonistin Everly ist es kein Problem, dass sie bisexuell ist. Das steht auch nie zur Debatte, obwohl sie in der Geschichte eine lesbische Beziehung eingeht.  

Das darzustellen, war Sophie sehr wichtig, weil in der queeren wie in der cisgender heteronormativen Gesellschaft Bisexualität häufig belächelt wird. Sind bisexuelle Personen in einer heteronormativen Beziehung, seien sie doch eigentlich hetero. Und sind sie in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, wären sie lesbisch bzw. schwul. Das ist ein Punkt, der aber einfach nicht stimmt. Menschen, die in diesen Beziehungskonstrukten leben, sind dennoch bisexuell, an der Anziehung für beide Geschlechter ändert sich durch die aktuelle Wahl der Partnerperson nichts. Diesem Fakt möchte Sophie mit ihrem Buch und allen Gesprächen dazu unbedingt Sichtbarkeit einräumen.

Speed‑Fragen:

  • Ein Wort, das »Phoenixherz« für dich beschreibt?
    • Herzensbuch.
  • Lieblingsort zum Schreiben?
    • Zu Hause im Bett.
  • Dialogszene, Liebesszene oder Actionszene – was schreibst du am liebsten?
    • Dialoge.
  • Ein Buch, das dich als Autorin geprägt hat?
    • »Das Herz im Glas« von Katharina Haderer.
  • Schreibst du lieber morgens oder abends?
    • Abends.
  • Ein Rat, den du deinem früheren Schreib‑Ich heute geben würdest?
    • Hab keine Angst davor, weird zu sein. Es wird sich dann alles noch schön auflösen, also schreib einfach das, was du willst.
  • Eher Team „Eigenes Buch nach dem Erscheinen noch mal lesen“ oder Team „lieber nie wieder anrühren“?
    • Team „nie wieder anrühren“. Aber durch Lesungen und Social Media Posts muss ich es ja noch einmal lesen.
  • Wenn »Phoenixherz« ein Song wäre – eher Ballade oder eher Uptempo?
    • Ballade.

Englisch vs. Deutsch – eine Frage der Perspektive

Da Sophie nicht nur Autorin, sondern auch Übersetzerin ist, schwankt sie oft zwischen den Sprachen. Bestimmte Inhalte fallen ihr leichter auf Englisch zu schreiben als auf Deutsch. Spice zu schreiben, fällt Sophie zum Beispiel im Englischen tatsächlich leichter als im Deutschen, da es dort eher körperlich und weniger auf der Gefühlsebene beschrieben wird. Wirklich tiefsinnige Dinge fallen ihr wiederum zurzeit im Deutschen leichter, da sie momentan auch überwiegend in dieser Sprache schreibt.  

Dennoch hat sie immer mal wieder Punkte, in denen ihr Worte fehlen. Die muss sie dann erst einmal nachschlagen, weil ihr nur einfällt, wie sie es im Englischen ausdrücken würde. Ich finde diesen Aspekt total faszinierend, ist Englisch doch nicht ihre Muttersprache. Aufgrund der vielen Zeit in englischsprachigen Ländern ist es ihr aber zeitweise deutlich leichter gefallen.

Auf die Frage, ob sie lieber in Englisch oder auf Deutsch liest, sagt sie: Es kommt auf die Tagesverfassung an. Manchmal hat sie Lust auf deutsche Texte, manchmal auf englische und manchmal auf Übersetzungen. Dabei betont Sophie, dass wir in Deutschland tolle Übersetzer*innen haben, die einen sehr guten Job machen. Ihr macht es oft auch einfach Spaß, sich anzuschauen, wie andere die Texte übersetzt haben. Da sie ihre eigenen Geschichten ebenfalls hier und da selbst übersetzt, kann sie dadurch viel lernen. Hinzu kommt, dass man bei eigen Übersetzungen auch manchmal hängt, weil man sich viele Gedanken über das perfekte Wort macht. Da hilft der Blick auf andere Arbeiten. Sie fragt aber auch Kolleg*innen, wie diese dieses Wort in dem Kontext übersetzen würden.

Sie betont, dass Übersetzen eine Kunst für sich ist und gerade in Deutschland Übersetzer*innen mehr Aufmerksamkeit verdienen und auf Cover geschrieben werden sollten. Maschinelle Translationen werden nie die Qualität einer menschlichen erreichen. Der menschliche Filter, die kulturellen Erfahrungen und Kontierungen kann eine Maschine nie mitdenken.

Dabei fällt mir ein Beispiel ein: Bei guten Übersetzungen würden auch zum Beispiel Schokoriegel, die es nur in den USA gibt, nicht eins zu eins übersetzt, sondern es würde geschaut, welches Pendant in Deutschland dem Original am nächsten komme, insbesondere hinsichtlich dem Gefühl und dem Inhalt, den dieses Produkt jetzt bei den Lesenden in dem Kontext auslösen soll. Dieser Aussage stimmt Sophie zu. Sie trifft aber eben auf alles zu. Eine Eins-zu-Eins-Übersetzungen – und nicht anderes macht die KI – kann nie den Kontext und das Gefühl einer Szene mitdenken, das machen aber eben gute Übersetzer*innen.

Hier könnt ihr das Gespräch im Ganzen nachschauen: https://youtu.be/zcEUTWXxTA4

Fazit

Es war ein faszinierendes Gespräch und ich merke, wieviel Freude es mir bereitet, mit den Autor*innen über ihre Werke zu sprechen. Jede Person hat einen anderen Fokus und jedes Gespräch, trotz ähnlicher Struktur, hat andere Schwerpunkte. So offen über das Thema Queerness und auch Probleme, die bisexuelle Personen haben zu sprechen, ist wichtig für unsere Gesellschaft um Hindernisse und Vorurteile abzubauen. Danke dafür auch an Sophie!

Vergangene Gipfelbasilisk trifft …

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